FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026
Nach der Zinsflut Den Privatbanken geht es so gut wie lange nicht. Doch die von hohen Zinsen getragene Ertragswelle wird schwächer. Damit rückt das Provisionsergebnis wieder in den Vordergrund. D as fulminante Comeback der Zins- erträge vor gut drei Jahren zeigt Abnützungserscheinungen. Österreichs Privatbanken verdienen zwar weiterhin sehr gut, mussten aber 2024 drei Prozent Rückgang beimZinsergebnis hinnehmen, jenem Posten, der zuvor die wichtigste Stütze ihrer Ein- nahmen war. Das zeigt die Pri- vate-Banking-Studie von zeb, die gegen Jahresende veröf- fentlicht wurde. Für das abge- laufene Jahr 2025 liegen noch keine sektorweiten Daten vor. Angesichts der erneut gesun- kenen Zentralbankzinsen dürfte sich der Abwärtsdruck jedoch fortgesetzt haben. Die Institute müssen unabhängi- ger von der Zinsentwicklung werden, heißt es bei zeb. Eine Blick zurück verdeut- licht die Dimensionen: Als die EZB ab Herbst 2022 mit raschen Anhebungsschritten die jahre- lange Tief- und Nullzinsphase beende- te, bescherte das den Kreditinstituten Rekordzuwächse. Getragen wurden sie fast ausschließlich vom Zinsgeschäft. Im Aggregat aller österreichischen Ban- ken stieg der Nettozinsertrag 2023 um nahezu ein Drittel, wie aus Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank hervor- geht. Auch bei den Privatbanken speis- ten sich die Ertragszuwächse laut zeb fast allein aus dem positiven Zinsumfeld. Umgekehrt macht sich nun langsam bemerkbar, dass die EZB ab Mitte 2024 einen Sen- kungspfad einschlug: Zwar wuchsen die Erträge der Pri- vatbanken 2024 noch um 4,4 Prozent, doch das Tempo hat sich deutlich verlangsamt. Ein Jahr zuvor lag das Plus noch bei rund 23 Prozent. Gleichzeitig steigen die Kos- ten, wodurch wiederum die Gewinnmargen leicht zurück- JHKHQ VLHKH *UDljN ł XQWHUP Strich sank der Gesamtgewinn der im zeb-Sample erfassten zehn Privatbanken leicht: von 206 auf 204 Millionen Euro Gut unterwegs, aber nicht mehr so schnell. Das trifft auf die öster- reichischen Privatbanken zu. Weil das Zinsergebnis nachlässt, müssen sie neuen Anschub aus anderen Quellen suchen. » Hier sehen wir großes Potenzial ange- sichts des anstehenden Generationenwechsels. « Markus Bräckle, zeb 254 fondsprofessionell.at 1/2026 BANK & FONDS Private-Banking-Studie FOTO: ©JAG_CZ | STOCK.ADOBE.COM Margen sinken wieder Bankensample 1 | Margenentwicklung Die Gewinnmarge hat sich eingeengt, die Kosten-Einnahmen-Quote (CIR) etwas verschlechtert. 1 Sampleauszehnrepräsentativen InstitutenmitFirmensitzÖsterreich Quelle:zeb 0 10 20 30 40 50 60 2024 2023 2022 2021 2020 2019 Ertragsmarge (in BP) Kostenmarge (in BP) Gewinnmarge (in BP) CIR (in %) 38 74 % 10 28 38 72 % 11 27 34 72 % 9 25 41 68 % 13 28 46 59 % 19 27 43 61 % 17 26 BP
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