FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

keine Spesen verrechnen. Vielen ist nicht bewusst, dass sie zum Beispiel bei Neo- banken über den Wertpapierkurs zahlen, wo die Geld-Brief-Spanne mitunter drei Prozent ausmacht. Es liegt auch an uns, Aufklärungsarbeit zu leisten. Wir sehen, GDVV 1HREDQNHQ KÌXljJ GLH =ZHLWEDQN sind. Bei höheren Beträgen stellen sich aber auch die Jungen die Frage: Wer steht dahinter? Wir können uns als direkt von GHU (=% EHDXIVLFKWLJWH UHJLRQDO YHUDQ - kerte Bank abheben. Ich würde sagen, die nächste Generation vergleicht sehr stark. Aber auch ihr sind maßgeschneiderte Lösungen etwas wert. AnwelchenTouchpointserreichtmaneigent- lichdie jungeGeneration? Das ist eine Herausforderung, muss ich ehrlicherweise sagen. Es werden hohe Ver- mögenswerte übertragen, aber die Bedürf- nisse der nächsten Generation und die Erwartungen haben sich deutlich verän- dert. Wir müssen ständig unsere Produkte und unser Auftreten auf den Prüfstand stellen. In unserem Strategieprogramm evaluieren wir die Digitalisierung und die digitale Kommunikation. Wir denken über Events nach, bei denen der Nach- wuchs Netzwerke aufbauen kann. Und wichtig ist natürlich, die Familie im Ver- bund zu sehen. Dass man Kinder bald einbezieht und sie als Kunden gewinnt, auch wenn die typischen Vermögens- schwellen für das Private Banking noch nicht erreicht sind. Im Außenauftritt verschwindet die Privat Bank sehr in der RLB. Es gibt kein durch- schlagendes Logo oderWerbekampagnen. Dabei ist die Marke im Private Banking eine wichtige Wertträgerin. Spielt in Ihrem 2030er-PlandieProfilschärfungeineRolle? OderbrauchteseineeigeneBanklizenz, um alsAnbieterinsichtbarer zusein? Die Privat Bank war bis in das Jahr 2015 als Privat Bank AG eigenständig. Aus regulatorischen Gründen hat man sich zur Fusion in die RLB Oberösterreich entschieden. Anders gefragt: Reicht der Privat Bank die Akquise innerhalb der Raiffeisengruppe, oderbrauchtsieirgendwanneinenstärkeren Markenauftritt, umdarüber hinaus werben zukönnen? Bei der Markenstärkung gibt es immer Luft nach oben. Gleichzeitig hat die 5DLȬHLVHQODQGHVEDQN 2EHUĆVWHUUHLFK DOV Unternehmerbank in der Industrie einen 1DPHQ 'DYRQ SURljWLHUHQ DXFK ZLU 8QG wir können den Kunden das Netzwerk einer Unternehmerbank anbieten – mit der Beteiligungsgesellschaft Invest AG, der Real-Treuhand oder dem Leasing bis KLQ ]XP 5DLȬHLVHQ 5HVHDUFK DXI GDV ZLU zurückgreifen. WiewirddasPrivate-Banking-Jahr 2026? Die ersten zwei Monate sind wegen der guten Entwicklung an den Börsen sehr, sehr gut gelaufen. Das Wertpapiergeschäft war stark. DieKonjunkturhelltsichauf.Wievielerwar- tenSiesichvondieserSeite? Ich glaube, teilweise ist die Realität besser als die Stimmung. Es gibt natürlich Bran- chenunterschiede. Aus unseren Kunden- gesprächen habe ich den Eindruck, dass es wieder aufwärts geht. VielenDank für dasGespräch. EDITH HUMENBERGER-LACKNER FP V I TA : Waltraud Perndorfer Die studierte Betriebswirtinweist gewissermaßen eine idealtypische Raiffeisenkarriere vor – lang- fristig orientiert, regional verwurzelt: Aufgewachsen amBauernhof der Eltern, trat die gebürtige Oberöster- reicherin 1989 in die RLB OÖ ein. ImKonzern übernahm Perndorfer rasch Verantwortung. Unter anderem leitete sie die Bereiche Capital Market Sales und Institutional Treasury Sales, bevor sie zur Direktorin der Privat Bank aufstieg, eine Bankmarke der RLB OÖ, die Perndorfer seit über einemJahrzehnt managt. » Vielen ist nicht bewusst, dass sie bei Neobanken über den Wertpapierkurs zahlen. Es liegt auch an uns, Aufklärungsarbeit zu leisten. « Waltraud Perndorfer, RLB OÖ fondsprofessionell.at 1/2026 253 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | MARLENE.AT

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