FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

Die VIG ist bereits Eignerin der InterRisk in Deutschland. Ist perspektivisch eine Fusion InterRisk-Nürnberger geplant? Unser Gruppenmodell erlaubt bewusst die Koexistenz von Gesellschaften und Marken. Das funktioniert in vielen Län- dern gut. InterRisk ist ein Spezialversiche- UHU VHKU IRNXVVLHUW XQG SURljWDEHO 'HU - zeit gibt es keine Grundlage, hier etwas „zwanghaft“ zusammenzuführen. Die Nürnberger-Übernahme kostet Sie 1,4 Milliarden Euro. Hat man damit das Pulver verschossen – falls sich in CEE noch Chan- cenergebenwürden? Nein. Wir können die Transaktion nicht QXU DXV (LJHQPLWWHOQ ljQDQ]LHUHQ VRQGHUQ bleiben auch für eine weitere Expansion sehr gut aufgestellt. Wir sondieren laufend Möglichkeiten im Kernmarkt, ohne dass ich konkrete Ziele nennen kann. Aber der Schwerpunkt bleibt auf CEE. Zur Nürnberger gehört auch die Fürst Fugger Privatbank. Was sind Ihre Pläne damit –passt das insPortfolio? Bankgeschäft ist nicht unser Kerngeschäft, das muss man klar sagen. Gleichzeitig ist die Fürst Fugger Privatbank eine tradi- tionsreiche Marke mit zielgruppenspezi- ljVFKHP $QVDW] (V JLEW GHU]HLW NHLQHQ Anlass, über einen Verkauf zu sprechen. Wir werden uns das in Ruhe ansehen und prüfen, ob es sinnvolle Verschränkungen oder Potenziale gibt. Blick nach vorn: Wo sehen Sie die größten HerausforderungenfürdienächstenJahre? Es gibt mehrere Ebenen. Für die Gruppe ist Geopolitik ein zentraler Faktor – der Krieg in der Ukraine ist dramatisch, und wir sind dort mit zwei Gesellschaften GLUHNW EHWURȬHQ *OHLFK]HLWLJ KDW GDV DXFK Auswirkungen auf Europa insgesamt, auch makroökonomisch – Energiepreise, ,QijDWLRQ XVZ (LQH ]ZHLWH (EHQH LVW GLH technologische Entwicklung: Wir müssen permanent dranbleiben und Innovation in die Organisation bringen. Und hier ist künstliche Intelligenz aktuell eines der größten Themen – mit großem Potenzial für Prozesse, Automatisierung, Optimie- rung und neue Services. Wieweit ist dieVIGbeimThemaKI? In der Gruppe gibt es bereits sehr viele Projekte quer durch die Wertschöpfungs- kette: Schadenprozesse und Automatisie- rung, Rechtsbereich (z.B. Analyse großer Textmengen, Protokolle, Dokumente), HR (von Datenprozessen bis zur Schu- lung). Das Spektrum ist sehr breit. Und das neue Programm „evolve28“ soll dasbündeln? Ja. Wir wollen die Aktivitäten gruppen- weit noch besser koordinieren, struktu- rieren und für alle Gesellschaften nutzbar machen. KI ist eines von fünf Gruppen- programmen. Die anderen sind Nach- haltigkeit, Kapitalmanagement, Banken- kooperation und Gesundheit. Sehen Sie im Bereich Gesundheit auch das stärkste Wachstumspotenzial? Ja, wir screenen sowohl klassische Gesund- heitsversicherung als auch Services rund umGesundheit. In vielen osteuropäischen Märkten ist die Infrastruktur nicht so aus- gebaut, dass man nur mit einem Stan- dardprodukt arbeiten kann. Dort braucht es oft digitale Services, Second Opinion, ergänzende Angebote. Das kann – wo wirtschaftlich sinnvoll – sogar Investitio- nen in Infrastruktur wie Privatkliniken oder Ärztezentren bedeuten. Wasist„evolve28“insgesamt–überdiefünf Programmehinaus? Es besteht aus vier Elementen. Erstens die Gruppenprogramme. Zweitens: Wir haben für jedes Land eine klare strategi- VFKH =LHOULFKWXQJ GHljQLHUW ł ZLU QHQQHQ das „Strategic Implication“. Daraus leitet jede Gesellschaft ihre individuelle Drei- jahresstrategie nach einheitlicher Struktur ab: Kunde, Vertrieb, Produkte, Prozesse » Wir bleiben auch für eine weitere Expansion sehr gut aufgestellt. « Hartwig Löger, VIG FONDS & VERSICHERUNG Hartwig Löger | VIG Vienna Insurance Group 172 fondsprofessionell.at 1/2026 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | WWW.MARLENE.AT

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=