FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

das ist ein ganz wesentlicher Punkt – hat die Nürnberger ein starkes Lebensversi- cherungsgeschäft, insbesondere bei bio- metrischen Risiken. Sie sprechen dabei vor allem die Berufsu- nfähigkeitsversicherungan… Ja. Die Nürnberger ist in Deutschland für Berufsunfähigkeitsversicherung sehr bekannt und stark positioniert. Dieses Know-how kann innerhalb der Gruppe ein Competence Center werden, also ein Hub für Weiterentwicklung – ins- besondere für Märkte in Zentral- und Osteuropa. Und Österreich? Würde man dieses Know- howauchhier nutzen? In Österreich gab es immer wieder Ansätze, Berufsunfähigkeit stärker zu etablieren. Aber die Sozialversicherungs- systeme sind anders strukturiert als in Deutschland, daher ist das Potenzial nicht eins zu eins vergleichbar. Ich glaube trotzdem, dass die Berufsunfähigkeits- versicherung auch in Österreich stärker werden kann – nur eben nicht in dersel- ben Dimension. In Märkten wie Tsche- chien, Slowakei, Ungarn oder Polen sehe ich hingegen sehr gute Voraussetzungen. Weil die Rahmenbedingungen dort anders sind? Genau. Rechtliche und soziale Rahmen- bedingungen spielen eine Rolle – und auch die Struktur der Zielgruppen, zum Beispiel ein hoher Anteil an Selbstständi- gen oder kleineren Unternehmen. Bei der Nürnberger gibt es angeblich einen hohenInvestitionsbedarfinderIT.Wosehen Siedenkonkret? Die Nürnberger hat selbst deklariert, dass eine Transformation gestartet wurde, die sich aufgrund der Ergebnisentwicklung verzögert hat. Dazu könnten wir unsere Erfahrung einbringen – etwa aus Öster- reich. SiemeinendasProjekt „MOVE“? Ja. MOVE war in Österreich ein großes Transformationsprojekt bei der Wiener Städtischen und der Donau. Es ging darum, alte Host-Systeme tatsächlich abzudrehen und auf eine moderne Platt- form zu wechseln. Damit wurden die Voraussetzungen für moderne Produkte, Prozesse und modulare Vertriebsunter- VWĞW]XQJ JHVFKDȬHQ SehenSiedaSynergien? Eher indirekte Synergien: nicht „wir kopie- ren alles“, sondern wir nutzen Erfahrung, Expertise, Fehlerlernen – und bringen das in ähnlichen Transformationen ein. WennInvestitionennotwendigsind,stelltsich schnell dieFragenachEinsparungen. Plant dieVIGEntlassungenbei derNürnberger? Die Nürnberger hat selbst Programme gestartet – zur Verbesserung des techni- schen Ergebnisses, vor allem im Schaden- bereich, und parallel Kostenprogramme. 8QG QDFK GHQ ĆȬHQWOLFK EHNDQQWHQ Entwicklungen scheint das im Jahr 2025 bereits Wirkung zu zeigen. Aber alles Weitere wäre derzeit Spekulation oder (LQijXVVQDKPH » Unser strategischer Kernmarkt ist Zentral- und Osteuropa – ins- gesamt rund 20 Märkte inklusive Österreich. « Hartwig Löger, VIG fondsprofessionell.at 1/2026 171 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | WWW.MARLENE.AT

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