FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

Hartwig Löger , Vorstandsvorsitzender der Vienna Insurance Group , über die größte Übernahme der 200-jährigen Firmen- geschichte, die KI-Strategie, ambitionierte Wachstumsziele und die Zukunft der Lebensversicherung. M it der geplanten 1,4 Milliarden Euro schweren Übernahme der Nürnber- ger Versicherung steht die Vienna Insu- rance Group vor einem der größten stra- tegischen Schritte ihrer Unternehmens- geschichte. CEO Hartwig Löger spricht im Interview über Deutschlands Rolle als „Spezialmarkt“, die Bedeutung von Pro- ljWDELOLWÌW VWDWW 0DUNWDQWHLOVMDJG XQG GLH Chancen, die sich aus dem Know-how- Transfer innerhalb der Gruppe ergeben. Sie sind seit Mitte 2023 an der Spitze der VIG. Ihre Vorgängerin Elisabeth Stadler hat damals gesagt: „Uns ist klar, dass wir in Deutschland nie als großer Kompositver- sicherer auftreten werden.“ Jetzt steht die größte Übernahme der Firmengeschichte imRaum.Washat sichverändert? Hartwig Löger: Ich würde sagen: Nicht GLH *UXQGORJLN KDW VLFK JHÌQGHUW VRQ - dern es hat sich eine Gelegenheit ergeben. Deutschland ist für uns nicht Kernmarkt, sondern ein Spezialmarkt. Wir haben dort VFKRQ OÌQJHU GLH ,QWHU5LVN ł NOHLQ VHKU IRNXVVLHUW VHKU SURljWDEHO :LU KDEHQ DXFK nicht „gezielt gesucht“, um in Deutsch- land groß zu werden. Mit der Nürnberger hat sich aber die Chance ergeben, einen UHOHYDQWHQ 9HUVLFKHUHU PLW ijÌFKHQGHFNHQ - GHP 9HUWULHEVQHW] ]X HUZHUEHQ ł XQG GLH 0ĆJOLFKNHLW QDFKKDOWLJH 3URljWDELOLWÌW ]X entwickeln. Das ist der zentrale Punkt. Wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass wir uns aktuell noch in der Pre-Closing-Phase EHljQGHQ $OOH $XVVDJHQ VLQG YRUEHKDOWOLFK des erfolgreichen Closings. Was bedeutet „Spezialmarkt“ konkret? WarumdieseUnterscheidung? Unser strategischer Kernmarkt ist Zentral- XQG 2VWHXURSD ł LQVJHVDPW 0ÌUNWH LQNOXVLYH ŸVWHUUHLFK ,Q GLHVHQ 0ÌUNWHQ sind wir großteils Marktführer oder in HLQHU VWDUNHQ IĞKUHQGHQ 3RVLWLRQ ł WHLOV mit sehr hohen Marktanteilen. Dort geht HV XP GRPLQDQWH 3UÌVHQ] XP :DFKV - tum, um langfristige Marktgestaltung. In 'HXWVFKODQG ZÌUH HV ĞEHU]RJHQ ]X VDJHQ „Wir werden dort dominant.“ Der Markt LVW VWDUN YRQ JURĕHQ 3OD\HUQ JHSUÌJW Daher ist Deutschland bei uns als Spezial- PDUNW GHljQLHUW (V JHKW QLFKW XP 'RPL - nanz, sondern um stabile Ertragskraft und VWUDWHJLVFKH 'LYHUVLljNDWLRQ LQQHUKDOE GHU Gruppe. AlsoeherProfitabilität undDiversifikation– wenigerMarktanteilsjagd? *HQDX 8QG GLHVH 3URljWDELOLWÌW NDQQ dann auch dabei helfen, Investitionen XQG :DFKVWXP LQ GHQ .HUQPÌUNWHQ ]X unterstützen. Wennman IhreArgumentationzusammen- fasst:DieNürnbergersollsichpositivaufdie Gruppe auswirken, auch über Know-how. Wiegenau? Es gibt mehrere strategische Ziele. Erstens: 3URljWDELOLWÌW LQ HLQHP HQWZLFNHOWHQ VWD - ELOHQ 0DUNW =ZHLWHQV 'LYHUVLljNDWLRQ ł wir sind bereits breit in CEE aufgestellt, 'HXWVFKODQG VWÌUNW GLH %DODQFH ]XVÌW]OLFK Drittens: Die Nürnberger bringt auch eine JXWH .DSLWDOEDVLV XQG LP $VVHW %HUHLFK HLQH VROLGH *UXQGODJH PLW 8QG YLHUWHQV ł „Deutschland bleibt ein Spezialmarkt “ » Wir haben auch nicht ›gezielt gesucht‹, um in Deutschland groß zu werden. « Hartwig Löger, VIG FONDS & VERSICHERUNG Hartwig Löger | VIG Vienna Insurance Group 170 fondsprofessionell.at 1/2026

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