FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

zent ein Jahr danach. Die Auswirkungen auf Kreditkosten, Kreditvergabe und Realwirtschaft sind nach FMSG-Anga- ben als gering einzuschätzen. Für Projekt- entwickler und Investoren bedeutet die stufenweise Anhebung konkret: Die Kre- ditvergabe bei Gewerbeimmobilien wird selektiver werden, und die Eigenkapital- anforderungen bleiben hoch, auch wenn GLH %DQNHQ VHOEVW ĞEHU DXVUHLFKHQG 3XȬHU verfügen. Finanzierungen gemeinnütziger Bauvereinigungen sollen weiterhin ausge- nommen bleiben. Zinsrisiko ist zurück Nachdem der Immobilieninvestment- markt 2025 dank einiger Großtransaktio- nen um 40 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zugelegt hat, rechnet CBRE für 2026 mit einem Investitionsrückgang auf rund 3,7 Milliarden Euro. „Das Tal der Tränen ist weitgehend durchschritten. Unsere Fundamentaldaten signalisieren den Beginn eines neuen Immobilienzyk- lus“, zeigte sich Lukas Schwarz, Managing Director von CBRE Österreich, Ende Jän- ner zuversichtlich. Diese Einschätzung muss nach der mili- tärischen Eskalation imNahen Osten neu eingeordnet werden. Seit der Ausweitung der US-israelischenOperationen gegen den Iran und der anhaltenden Destabilisierung der gesamten Region sind die Folgewir- kungen schwer kalkulierbar. Die Energie- preise sind infolge der Spannungen rund um wichtige Förder- und Transitrouten EHUHLWV JHVWLHJHQ ZDV GLH ,QijDWLRQ HUQHXW antreiben wird. Verbraucher und energie- intensive Branchen sind besonders betrof- fen, ebenso wie der Exporthandel mit der Region. Für die ohnehin schwache Kon- junktur ist das eine zusätzliche Belastung; Experten sprechen derzeit von einem laten- ten Rezessionsrisiko. Hinzu kommt die Frage, wie die Euro- päische Zentralbank (EZB) auf den Preis- auftrieb reagiert. Im Februar ließ sie den Leitzins zum fünften Mal in Folge unver- ändert bei 2,0 Prozent, und die überwie- gende Mehrheit der Analysten rechnete Anfang des Jahres für 2026 mit stabilen Leitzinsen. An die Bauzinsen zwischen 3,6 und 4,2 Prozent hat sich die Branche inzwi- schen gewöhnt. Allerdings halten nun immer mehr Experten eine Zinserhöhung für möglich. Für die Immobilienwirtschaft wäre ein neuerlicher Zinsanstieg besonders ungünstig: Die Finanzierungskosten wür- den genau dann steigen, wenn der Markt sich zu stabilisieren beginnt. Bauen ist weiter teuer Ein weiteres strukturelles Problem sind die Gestehungskosten. Zwar sind die tat- sächlichen Preise, die Bauherren für Bau- arbeiten bezahlen müssen, seit Anfang 2024 weitgehend stabil geblieben. Doch der Baupreisindex der Statistik Austria tendiert seit dem vergangenen Jahr wieder QDFK REHQ VLHKH *UDljN 'LH (QWZLFN - 162 fondsprofessionell.at 1/2026 SACHWERTE Immobilienmarkt FOTO: © CBRE Bauen bleibt teuer Baukosten und Baupreise verharren auf hohem Niveau. Obwohl die Nachfrage nach Bauleistungen schwächer ist als in den Jahren davor, wird das Bauen nicht günstiger. Quelle:StatistikAustria 100 110 120 130 140 150 I 2025 I 2024 I 2023 I 2022 I 2021 I Baukostenindex Wohnhaus- und Siedlungsbau Baupreisindex Hochbau Die Pleitewelle rollt Insolvenzen in der Immobilien- und Bauwirtschaft Nach der Zinswende 2022 nahmen die Insolvenzen rapide zu. Konzern- pleiten treiben die Passiva in die Höhe. Quelle:StatistikAustria,KSV1870,BranchennachÖNACE 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 2025 2024 2023 2022 Insolvenzen im Baubereich Insolvenzen im Grund- stücks- und Wohnungs- wesen Passiva in Mio. Euro Lukas Schwarz , Managing Partner bei CBRE Austria, war amJahresanfang optimistisch, dass der Immobilienmarkt den Krisenmodus verlassen hat.

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