FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

lung der Kosten, die den Bauunterneh- mern bei der Ausführung von Bauleis- tungen entstehen, verläuft ähnlich: Nach einem kurzen Rückgang im Wohnungs- und Siedlungsbau im Jahr 2024 steigen sie seit 2025 erneut. Der Baukostenindex liegt aktuell um 2,7 Prozent über dem Niveau YRQ (QGH VLHKH *UDljN Ausblick Bereits in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres gab es wieder meh- rere Dutzend Insolvenzen in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Mitte Februar kon- statierte die Buwog Group in einem Pres- segespräch, dass der Markt mit umfangrei- chen Herausforderungen konfrontiert ist und auf der Käuferseite weiterhin Verun- sicherung herrscht – bedingt durch Insol- venzen von Bauträgern und die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage. Andreas Holler, Geschäftsführer der Buwog Group, zeichnet ein nüchternes Bild der aktuellen Lage: Die Auftragsbü- FKHU GHU %DXljUPHQ VHLHQ EHL :HLWHP nicht voll, weshalb die Unternehmen beim Preis kompetitiver werden müssten. Die seitwärts tendierenden Baupreise seien – jedenfalls bis Ende Februar – auch auf VWDELOLVLHUWH 5RKVWRȬNRVWHQ XQG GLH JHVWLH - JHQH (ȯ]LHQ] LQ GHU %UDQFKH ]XUĞFN]X - führen. Bei Grundstücken gebe es mehr Spielraum, weil der Wettbewerb beim Ankauf nachgelassen habe. „Das Problem sind aber die Gesamtkosten und die Rah- menbedingungen“, so Holler. Die Beratungsgesellschaft EY sah zu Jahresbeginn die Konsolidierungsphase noch nicht als beendet an und berief sich dabei auf das „EY Trendbarometer Immo- bilien-Investmentmarkt 2026“, das auf einer Befragung von 110 Vertretern der Immobilienbranche in Österreich basiert. Die Stimmung war demnach insgesamt getrübt: Nur noch fünf Prozent der Befragten stuften den Immobilienstand- ort Österreich als „sehr attraktiv“ ein, 54 Prozent als „attraktiv“, während 41 Pro- zent den Standort als „weniger attraktiv“ bewerteten. Im Vorjahr lag dieser Wert nur bei 13 Prozent. Stephan Größ, Leiter des Immobiliensektors bei EY Österreich, resümierte Ende Jänner: „Der Markt ist nicht mehr in der Abwärtsbewegung, aber auch weit von einem Aufschwung ent- fernt. 2026 wird kein Comeback-Jahr, son- dern ein Jahr der Konsolidierung, in dem Investoren und Entwickler sehr genau hinschauen, wo sie ihr Kapital einsetzen.“ Der Ende Februar ausgebrochene Iran- krieg birgt zusätzliche Risiken. Die Aus- wirkungen auf die Immobilien- und Bau- wirtschaft hängen nach Einschätzung YRQ 5DLȬHLVHQ 5HVHDUFK SULPÌU YRQ GHU Kriegsdauer ab. Ohne ein rasches Ende drohen hohe Energiepreise, steigende ,QijDWLRQ (LQEXĕHQ EHLP :LUWVFKDIWV - wachstum und möglicherweise gleich- wohl Zinserhöhungen zur Eindämmung des Preisauftriebs. Anfang März zeigten VLFK GLH 5DLȬHLVHQ $QDO\VWHQ DEHU YRUVLFK - tig optimistisch, dass der Krieg „nur“ kurz dauern und demWohnimmobilienmarkt keinen dauerhaften Schaden zufügen werde. Ein längeres Anhalten des Kon- ijLNWV ZĞUGH YRU DOOHP GHU :RKQEDXZLUW - schaft schaden, die sich bisher noch nicht aus der jüngsten Krise befreien konnte. Als besonders gefährdet gelten unter- GHVVHQ ,PPRELOLHQSURMHNWH PLW (UVWljQDQ zierungen vor der Zinswende 2022. =XGHP VLQG GLH (LJHQNDSLWDOSXȬHU EHL vielen Marktteilnehmern aufgebraucht, ZDV 5HljQDQ]LHUXQJHQ HUVFKZHUW 1LFKW zuletzt deshalb kommen zurzeit verstärkt jene Immobilien zum Verkauf auf den 0DUNW IĞU GLH NHLQH 5HljQDQ]LHUXQJ erreicht werden konnte. Die Mehrheit der Branche geht trotzdem davon aus, dass die Insolvenzwelle der Bau- und Immo- bilienwirtschaft im Jahr 2026 anhält. Für liquide Investoren ist das Jahr 2026, das mit einer weiteren Krise begonnen hat, aber ein Jahr guter Gelegenheiten. ALEXANDER ENDLWEBER FP » Das Problem sind die Gesamtkosten und die Rahmenbedingungen. « Andreas Holler, Buwog fondsprofessionell.at 1/2026 163 FOTO: © LUKAS BEZILA I UNICREDIT BANK AUSTRIA, CHRISTINA HAEUSLER I EY ÖSTERREICH Die Bauwirtschaft steckt in der Krise, analysiert Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl. Das trifft besonders stark denWohnbau. Rechtsanwalt Stephan Größ, Partner bei EY Öster- reich, sieht den heimischen Immobilienmarkt heuer weiterhin in der Konsolidierung.

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