FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

Zusammenbruchs mehrerer Immobilien- konzerne wie Signa, LNR, 6B47, Sveta und Süba, wie der Alpenländische Kredi- torenverband AKV konstatiert. Mit einer raschen Trendwende rechnet der KSV1870 übrigens nicht: Als Gründe nennt er die schwachen wirtschaftlichen Rahmenbe- dingungen, die anhaltenden Probleme der Bauwirtschaft und erneut Folgeinsolven- zen innerhalb von Firmengruppen. Parallel dazu haben sich die Zwangs- versteigerungen seit 2022 nahezu verdop- pelt. Allein von 2024 auf 2025 stiegen die anberaumten Termine bei Wohnimmo- bilien um 55 Prozent und bei Gewerbe- immobilien um 52 Prozent. Lediglich bei Grundstücken war laut Smart Facts ein Rückgang von sieben Prozent zu verzeich- nen. Das Schätzvolumen der insgesamt 1.559 zur Verwertung aufgerufenen Lie- genschaften belief sich auf 705 Millionen Euro, wobei die Grundstückswerte im Schnitt etwas günstiger angesetzt wurden als im Jahr davor. Die Tiefe der Krise zeigt sich last but not least amArbeitsmarkt: Der Beschäftigten- stand in der Bauwirtschaft ist seit 2023 UĞFNOÌXljJ XQG JOHLFK]HLWLJ VWHLJW GLH =DKO der arbeitslos vorgemerkten Personen. Im Februar 2026 zählte das AMS im Bausek- tor knapp 52.000 Erwerbslose. Das sind knapp zwölf Prozent aller Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer. Zum Ver- gleich: Im Jahr 2022 gab es „nur“ knapp 27.100 Arbeitslose am Bau. Vorsicht geboten Während sich die Lage imWohnimmo- bilienmarkt aus Finanzierungssicht ent- VSDQQW KDW EHljQGHQ VLFK ]XU]HLW GLH Gewerbeimmobilien imVisier der Finanz- aufsicht. Die Kreditausfallrate (NPL-Quo- te) ist in der jüngeren Vergangenheit stark gestiegen. Deshalb wurde die Kredit- vergabe bei Gewerbeimmobilien weiter verschärft. Im Dezember empfahl das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA), den sogenannten sektoralen Systemrisiko- SXȬHU IĞU *HZHUEHLPPRELOLHQNUHGLWH PLW 3,5 Prozent festzulegen. Der Systemrisiko- SXȬHU VROO V\VWHPLVFKHQ 5LVLNHQ HQWJHJHQ - wirken, die zu einer Störung mit mögli- cherweise bedeutenden nachteiligen Aus- wirkungen auf das inländische Finanzsys- tem oder die inländische Realwirtschaft führen können. „Gewerbeimmobilienkredite sind inlän- dische Risikopositionen“, erklärte das FMSG und führte weiter aus: „Analysen der OeNB zeigen, dass sich die System- risiken aufgrund des verschlechterten wirtschaftlichen Umfelds seit der ersten Festlegung des sektoralen Systemrisiko- SXȬHUV LP -DKU ZHLWHU HUKĆKW KDEHQĺ =XU]HLW EHWUÌJW GLH 3XȬHUKĆKH HLQ 3UR - zent. Das FMSG verlangt eine schritt- ZHLVH $QKHEXQJ GLHVHU 3XȬHUUDWH LQ ]ZHL Stufen mit einem ersten Schritt auf zwei Prozent am 1. Juli 2026 sowie auf 3,5 Pro- fondsprofessionell.at 1/2026 161 FOTO: © CHRISTIAN POSTL | REMAX Entwickler stehen auf der Bremse Entwicklung der erteilten Baubewilligungen Die veränderten Rahmenbedingungen lähmen die Immobilienbranche, was sich unmittelbar auf die Neubaupläne auswirkt. *Q1–Q3/2025 | Quelle:StatistikAustria 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 2025* 2020 2015 2010 Wohnungen insgesamt In neuen Gebäuden Durch An-, Auf-, Umbau- tätigkeit (ab 2024 inkl. Wien) Weniger Angebot im Neubau Entwicklung der Fertigstellungen Mit zeitlicher Verzögerungwirken sich die Dämpfer für die Immobilien- branche auf die Bauleistungen aus. *Büro,Hotel,Handel,Logistiku.a. | Quelle:StatistikAustria 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 2024 2020 2015 2011 Wohnungen insgesamt In neuen Gebäuden Gewerbeimmobilien* Durch An-, Auf-, Umbau- tätigkeit (ab 2024 inkl. Wien) Remax-Austria-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer schreibt den Anstieg der Immo- bilienverkäufe den gesunkenen Zinsen zu.

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