FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026

dass unsere DNA erhalten bleibt. Viele unserer Mitarbeiter kommen aus Banken oder dem Private-Banking-Umfeld. Sie wollen Kunden so betreuen, wie sie es früher als ideal erlebt haben: individuell, überzeugungsgetrieben, mit echter Ver- antwortung und mit Freiheitsgraden in der Umsetzung. Genau diese Freiheits- grade werden in großen Konzernen oder Banken oft immer kleiner. Das wollten wir nicht. Wenn man diese DNA verliert, dann verliert man das, was das Unter- nehmen ausmacht. Deshalb war für mich klar: Wenn wir diesen Schritt machen, dann nur unter der Voraussetzung, dass das Geschäftsmodell, die Kultur und die Entscheidungsfreiheit im Portfolioma- nagement erhalten bleiben. Obererlacher: Genau darüber haben wir über Monate sehr intensiv gesprochen. :LU KDEHQ JHPHLQVDP GHljQLHUW LQ ZHO - chem Rahmen sich das Portfoliomanage- ment künftig bewegen soll – regulatorisch sauber, aber mit genügend Freiraum für die individuelle Betreuung und den Stil der WSS. Das war tatsächlich die wich- tigste Diskussion im gesamten Prozess. WielässtsichDerartigeskonkretabsichern, wennSwissLifeSelect dieMehrheit hält? Weissörtel: Zum einen bleiben wir selbst substanziell beteiligt. Zum anderen haben wir die entscheidenden Fragen imVorfeld VHKU JHQDX XQG RȬHQ DXVGLVNXWLHUW (V geht nicht nur umEigentum, sondern um das operative Verständnis, wie ein Unter- nehmen geführt werden soll. Obererlacher: Und wir sehen ganz klar, dass WSS eigenständig weitergeführt wird. WSS ist unter der Holdingstruktur eine Schwester der Swiss Life Select Öster- reich GmbH, also keine Unterabteilung, die irgendwo integriert wird. Swiss Life Select Österreich betreibt weiterhin ihr breites Financial-Planning-Geschäft, wäh- rend wir die WSS im Portfoliomanage- ment bewusst als starken Hub für weiteres Wachstum positionieren wollen. Wo liegendiekonkretenSynergien? Obererlacher: Vor allem im Hintergrund: Regulatorik, IT, Prozesse, Operations, Research, Tools, Schnittstellen. Dort sehen wir erhebliches Potenzial. Die WSS kann Aufgaben abgeben, die heute Manage- mentkapazität binden, und sich dadurch stärker auf Kunden und Investment kon- zentrieren. Es gibt auch im Portfolioma- nagement Bereiche, in denen man zusam- menarbeiten kann – etwa im Fondsre- search, bei Analysen oder technischen Lösungen. Und wenn wir in Zukunft weitere Unternehmen in diesem Bereich dazunehmen, haben wir die Übung bereits gemacht und können Synergien schneller heben. Zugleich ist die Positio- nierung wichtig: Mit gemeinsam mehr als drei Milliarden Euro betreutem Kun- denvermögen – resultierend aus Vorsorge- und Investmentgeschäften – entsteht eine Größenordnung, mit der man sich im österreichischen Markt deutlich stärker positionieren kann – auch gegenüber klei- neren Privatbanken. Weissörtel: Man darf aber nicht übersehen, dass die Konzepte unterschiedlich sind. Swiss Life Select bietet Lösungen, bei denen oft das gesamte Vermögen eines Kunden eingebunden wird und standar- disierte, benchmarknahe Ansätze eine größere Rolle spielen. Unser Ansatz ist oft V I TA : Christoph Obererlacher Christoph Obererlacher ist seit 1. September 2014 CEO von Swiss Life Select. ImApril 2011 wurde er in die Geschäftsleitung von Swiss Life Select berufen. Seit 1994 ist er für das Unternehmen tätig. Obererlacher hat den akademischen Finanzdienstleister an der Donau- Universität Krems sowie denMBA Financial Services and Planning an der Alpe-Adria-Universität Klagenfurt absolviert. » Und wenn wir in Zukunft weitere Unter- nehmen in diesem Bereich dazunehmen, haben wir die Übung bereits gemacht und können Synergien schneller heben. « Christoph Obererlacher, Swiss Life Select fondsprofessionell.at 2/2026 183 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | MARLENE.AT

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