FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026
ein anderer: Kunden haben unterschied- liche Vermögensbausteine bei verschiede- nen Häusern und wollen von uns bewusst einen Teil, der anders gemanagt wird – mit einem Total-Return-Ansatz, indivi- dueller und weniger benchmarkorientiert. Genau darin liegt auch eine Stärke der Konstellation: Diese unterschiedlichen Ansätze schließen einander nicht aus, son- dern ergänzen sich. Wirdes zueiner stärkerenVerzahnung der Geschäftsmodelle kommen – etwa durch Cross-Selling in Richtung Finanzierung, Immobilienoder Versicherungen? Obererlacher: Nein, das war nie der stra- tegische Kern des Deals. Natürlich kann es im Einzelfall sinnvoll sein, wenn ein Kunde beispielsweise eine Finanzierung oder Unterstützung bei einer Immobi- lientransaktion braucht. Dann kann man Prozesse aufsetzen und das im Sinne des Kunden begleiten. Aber das ist nicht der Businessplan. Weissörtel: Genau. Wir werden keine Ver- sicherungen verkaufen, und das ist auch nicht die Idee. Unsere Stärke ist die Port- folioverwaltung für große Kunden. Wenn sich punktuell ein Zusatznutzen ergibt, ist das gut. Aber es geht nicht darum, die Geschäftsmodelle zu vermischen. Herr Obererlacher, Sie haben offen ange- sprochen, dass weitere Akquisitionen im BereichPortfoliomanagementdenkbarsind. Wiesieht dieseStrategieaus? Obererlacher: Wir sehen die WSS als Hub für weiteres Wachstum im Portfolio- management. Unser Fokus lag zunächst auf Häusern ab rund 100 Millionen Euro verwaltetem Vermögen, weil der Auf- wand für den ersten Schritt sehr hoch war. Jetzt, da wir ein tragfähiges Set-up JHVFKDȬHQ KDEHQ ZÌUHQ JUXQGVÌW]OLFK auch kleinere Einheiten leichter integ- rierbar – sofern sie strategisch und kultu- rell passen. Für uns ist wichtig, dass die Qualität stimmt, dass das Management an Bord bleibt und dass der Anspruch passt. Es geht nicht darum, möglichst viele Häuser einzusammeln, sondern GDUXP GLH ULFKWLJHQ 3DUWQHU ]X ljQGHQ Ich würde sagen, es gibt in Österreich vielleicht noch zehn bis 15 Häuser, bei denen ein solcher Schritt sinnvoll sein könnte. Weissörtel: Ich glaube ebenfalls, dass es in Österreich eine relevante Zahl von Häu- sern gibt, für die das ein Thema werden kann. Vor allem dort, wo Eigentümer älter werden, Nachfolgelösungen fehlen oder die regulatorische Last zu groß wird. Wenn unser Modell zeigt, dass sich Quali- tät und Unabhängigkeit trotz Beteiligung erhalten lassen, könnte das durchaus Vor- bildcharakter haben. WelcheRollespieltdabeidasThemaPrivate Banker, die außerhalb von Banken weiter- arbeitenwollen? Weissörtel: Das ist ein spannendes Feld. Wir erleben immer wieder, dass Banker das Pensionsalter erreichen, ihre Kunden aber eigentlich weiter betreuen wollen. Im klassischen Bankensystem gibt es dafür oft keine gute Lösung. Bei uns kann so etwas HKHU IXQNWLRQLHUHQ ZHLO ZLU ijH[LEOHU VLQG Obererlacher: Genau dafür ist dieses Modell gut geeignet. Viele trauen sich nicht, vollständig selbstständig zu wer- den, suchen aber eine Umgebung, in der sie sich auf das Portfoliomanagement und ihre Kunden konzentrieren können. Die WSS ist genau auf diese Zielgruppe aus- gerichtet. Deshalb war uns auch so wich- tig, dass dieses Geschäftsmodell nicht mit anderen Bereichen vermischt wird. VielenDank für dasGespräch. GEORGPANKL FP » Das ist ein spannendes Feld. Wir erleben immer wieder, dass Banker das Pensionsalter erreichen, ihre Kunden aber eigentlich weiter betreuen wollen. « Markus Weissörtel, WSS VERTRIEB & PRAXIS Christoph Obererlacher | Swiss Life Select + Markus Weissörtel | WSS 184 fondsprofessionell.at 2/2026 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | MARLENE.AT
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