FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026

werden. Für kommendes Jahr adressieren wir die 100 Millionen Euro. Werden Sie in diesem Jahr auch in Öster- reichZeichnungenerhalten? Das zu prognostizieren wäre unseriös, aber ja, wir wollen dieses Jahr in Öster- reich loslegen. Wir sind mit einer Reihe von Kollegen imGespräch. Es ist auch des- halb zäh, weil es in Österreich Unsicher- heiten bei regulatorischen Fragen gibt, obwohl die ELTIF-Verordnung europa- weit gilt. Hinzu kommt, dass wir mit dem Rockphant-ELTIF ein Novize sind, auch wenn wir mit den MIG Fonds seit vielen Jahrzehnten diesen oder einen ähnlichen Markt bespielen. Gelingt es Ihnen mit dem ELTIF besser, bei Banken oder ans Private Banking anzu- docken?DaswäreinÖsterreichwahrschein- lich ein Gamechanger, weil sie primär im freienVertriebverwurzelt sind. So ist es, und das ist der Knackpunkt im Vertrieb. Aber an den Schaltern der Retail- banken sehe ich unser Produkt nicht. Im Private Banking sehr wohl, hier muss man sich die Zugänge einzeln erarbeiten. Aber da möchte ich hin, weil ich glaube, dass dort die richtige Anlegerklientel ist und ein gewisser Bedarf besteht, weil sich Anleger für unser Thema interessieren. Natürlich möchte ich auch meine Vermö- gensberater mitnehmen, aber es gibt noch ein paar Themen, die zu klären sind. Des- halb zieht sich der Vertrieb in Österreich. Langfristig gehe ich davon aus, dass wir mit dem ELTIF weitere Vermögensberater gewinnen werden. Warum müssen die österreichischen Vermögensberater für den ELTIF über das Haftungsdachgehen? Sie müssen nicht, aber viele tun es. Das heißt, für den ELTIF steht Ihnen der gesamtefreieVertriebgrundsätzlichwieder offen, was Ihnenunter demAIFM-Gesetz in Österreich mit demMIG Fonds, bei dem es sichumeinengeschlossenenPublikums-AIF handelt, nichtmöglich ist? Da haben Sie recht. Wie unglücklich sind Ihre Vertriebspartner, dassSiemitIhrerOnline-Zeichnungsstrecke Direktgeschäftmit Anlegernmachen?B2C- AktivitätenvonAnbieternsindimVertrieb ja immer einheißdiskutiertesThema. Bei mir hat sich noch niemand direkt beschwert, und jetzt kommt ein wichtiger Punkt: Wenn ein Anleger eines Vermitt- lers, mit demwir eine Geschäftsbeziehung haben, bei uns investiert, bekommt der Vermittler die Provision. Denn das System erkennt unsere Bestandsinvestoren und deren Vermittler. EinNeukunde, derbishernochniebei Ihnen investiert hat, könnte jedoch am Vertrieb vorbei ohne Einbindung eines oder seines Vermittlersdirekt bei Ihnenzeichnen. Diese Diskussiongabesseinerzeit,alsdieCrowd- investing-Plattformenaufkamenundeshieß, dieDigitalisierungwürdedenFinanzvertrieb revolutionieren. Theoretisch haben Sie völlig recht. Die Realität sieht aber anders aus. Bei einem MIG Fonds sind erfahrungsgemäß drei, vier, fünf Gespräche erforderlich, bis jemand zeichnet. Bei unseremRockphant- ELTIF wird das nicht viel anders sein. Wir werden über unsere Social-Media-Präsenz Menschen aktivieren und begeistern, und der eine oder andere wird dann direkt zeichnen. Aber das wird nicht der Regel- fall sein. VielenDank für dasGespräch. TILMAN WELTHER, ALEXANDER ENDLWEBER FP V I TA : Dr. Matthias Hallweger Rechtsanwalt Dr. Matthias Hallweger, Jahrgang 1968, ist Gesellschafter und Vorstand der HMW-Gruppe, die seit 2004 dieMIG Fonds in Serie auflegt. Die Fonds investierten nach Unternehmensangaben bis Ende 2025 rund 800Millionen Euro in Beteiligungsunternehmen. » Langfristig gehe ich davon aus, dass wir mit dem ELTIF weitere Vermögensberater gewinnen werden. « Matthias Hallweger, HMW fondsprofessionell.at 2/2026 147 FOTO: © SEBASTIAN WIDMANN FÜR FONDS PROFESSIONELL

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