FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

fondsmanager, die ihre Aufträge hingegen direkt über die KAG platzieren, melden zurück, dass sie keine großen Änderun- gen erwarten. Dennoch ist zu erwarten, dass auch WPF oder andere Player, die nicht direkt am Settlement-Prozess beteiligt sind, als 7HLO GHU .HWWH GHQ VWHLJHQGHQ (ȯ]LHQ]EH - darf spüren. Sämtliche Prozesse müssen ein rasches und sauberes Reagieren auf Problemstellungen erlauben. „Wir denken zum Beispiel, Datenqualität ist ein großes Thema“, so Hahold-Bilzer. „Jede manu- elle Anpassung ist äußerst ressourcen- intensiv. Automatisierung ist der Schlüs- sel.“ Umstellungserfahrungen aus ande- ren Ländern zeigen: Dort, wo händisch Fehler behoben werden mussten, seien die Zeitverstöße angestiegen. Settlement Fails würden bei Zyklusverkürzungen erfahrungsgemäß zunächst ansteigen, sich jedoch im weiteren Verlauf stabilisieren. Penalties Der FMA ist wichtig, dass sich die beaufsichtigten Unternehmen mit den Akteuren im Handelsprozess abstim- men. „Wir wollen ein Bewusstsein schaf- fen, dass rechtzeitig die Schnittstellen geprüft werden und eine Due Diligence der Partner durch- geführt wird, damit ab 11. Oktober 2027 die Transak- tionen wie verlangt ausge- führt werden können“, betont die Expertin. „Wir haben aus der Verordnung heraus nicht die Handhabe zu sagen, wir drücken noch einmal ein Auge zu. Ein Fehler eines Marktteilnehmers hat Auswir- kungen auf die gesamte Kette. Da erwarten wir, dass sich bis dahin jeder angepasst hat“, so Hahold-Bilzer. Bei Verstößen greift wie bisher die Penalty- Regelung der EU-Zentralver- wahrerverordnung. Gröbere Umsetzungsschwierigkeiten zeichnen sich aber derzeit nicht ab. „Bis heute haben wir auf internationaler Ebene NHLQHQ 6KRZVWRSSHU LGHQWLlj]LHUW ZR jemand sagt, das geht überhaupt nicht“, sagt FMA-Expertin Lucia Szabóová, die den Prozess national und bei der ESMA begleitet. Trotzdem könnte der Wechsel zu T+1 im fragmentierten Europa etwas komplexer werden als in zentralisierten Wirtschaftsräumen. In der EU gibt es rund 90 Handelsplätze und Dutzende andere Infrastrukturanbieter wie Clea- ringstellen und Zentralverwahrer. Eben- falls eine Herausforderung sind die sieben Währungsräume. Beim Wertpapierkauf in Fremdwährung sind die Devisenkom- ponente und die Fristen an verschiedenen FX-Märkten immer eine eigene Heraus- forderung. FMA-Expertin Hahold-Bilzer ruft im Gespräch mit der Redaktion die Industrie auf, den Austausch mit der Auf- sicht zu suchen. „Es gilt das Angebot, über die Interessenvertretung, aber auch bilate- ral an die FMA heranzutreten, wenn es konkrete Umsetzungsfragen gibt“, sagt sie, „wir sind genauso interessiert wie die Industrie, dass alles passt.“ Auch aus ihrer Sicht ist T+1 unabdingbar. „Es ist nicht die Frage, wollen wir es, oder wollen wir es nicht. Wir haben globalisierte Finanz- PÌUNWH XQG ZHQQ DQGHUH Hȯ]LHQWHU VLQG dann können wir nicht mithalten, wenn wir bei T+2 bleiben“, so Hahold-Bilzer. Trend Richtung T+0 Die eingangs erwähnte Gamestop-Epi- sode war für die Settlement-Verkürzung nur der Beschleuniger eines historischen Trends. Bis Mitte der 1990er-Jahre war T+5 ein üblicher Zyklus, später T+3. In Märk- ten wie China gilt heute in gewissen Seg- menten bereits T+0. Auch imRahmen der Umstellung in der EU stand das zur Dis- kussion. Langfristig treiben die technischen Möglichkeiten das Settlement ohnehin in Richtung Echtzeitabwicklung. In der EU hat erstmals die Zentral- verwahrerverordnung (CSDR) 2014 einen einheitlichen Stan- dard eingeführt. Bei der nun- mehrigen Verkürzung auf einen Handelstag wollen auch Großbritannien, die Schweiz und Liechtenstein mitziehen. Material zur T+1-Umstel- lung ist auf den Seiten von )0$ RGHU (60$ ]X ljQGHQ sowie beim „T+1 Industry Committee“. Dort steht seit Februar ein Handbuch mit Best-Practice-Beispielen und technischen Angaben inklu- sive Uhrzeiten für die diversen Handelsschritte. EDITH HUMENBERGER-LACKNER FP » Wir haben globalisierte Finanzmärkte, und wenn andere effizienter sind, dann können wir nicht mithalten, wenn wir bei T+2 bleiben. « Karin Hahold-Bilzer, FMA 270 fondsprofessionell.at 1/2026 STEUER & RECHT Wertpapierabwicklung Voneinander abhängig Jedes Glied in der Kette muss T+1-fit sein. WenndieHandelspartner nicht T+1-bereit sind, kommenandere ins Trudeln. Vor allem IT und Broker haben Sorgen. Quelle:T+1 IndustryCommitteeReadinessSurvey 0% 20% 40% 60% 80% Zentralverwahrer (CSD) inklusive Zentralbanken Börsen/MTF CCP (Zentrale Gegenpartei) Fintechs/Neobanken Privatbanken Versicherer Asset und Investment Manager Vermögensverwaltungen Pensionsfonds Depotbank/Abwicklungsstelle Investmentbank / Broker / Prime Broker Technologieunternehmen/Zulieferer % der Befragten, die ihre Abhängigkeit von anderen Marktteil- nehmern als Herausforderung bei der T+1-Bereitschaft angeben

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