FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026
Demnach könnte 2026 fast ein Fünftel der Regionalbanken (18 Prozent) ein zu geringes Betriebsergebnis erwirtschaften, um daraus Geld für das eigene Kapital- polster einzubehalten, erklärte Andreas Sumper, Managing Partner bei zeb Austria, bei einer Präsentation im Jänner. Zumindest wäre das der Fall, wenn keine DNWLYHQ *HJHQPDĕQDKPHQ HUJULȬHQ ZHU - den. 2024 lag der Anteil der Banken mit Thesaurierungsschwäche nur bei zehn 3UR]HQW $OV NULWLVFKH 6FKZHOOH GHljQLHUW zeb ein Betriebsergebnis von 0,5 Prozent der Bilanzsumme: Fällt der Wert darun- ter, wird es schwer, im Kreditgeschäft zu wachsen, weil dann die Mittel fehlen, um die steigenden risikogewichteten Aktiva (RWA) wie regulatorisch verlangt zu unterlegen. Umgekehrt formuliert: Ist die Eigenkapitalausstattung zu gering, müssen Kreditanfragen abgelehnt werden. „Man EHljQGHW VLFK GDQQ LQ HLQHU %UHPVVLWXD - WLRQĺ VR 6XPSHU Ľ5HJLRQDOEDQNHQ UHlj - nanzieren sich fast ausschließlich aus den Kundeneinlagen. Sie haben kaum Mög- lichkeiten, sich am Kapitalmarkt Geld zu holen“, erklärt der zeb-Experte. Alarmismus ist dennoch nicht ange- bracht. Insgesamt sei die Kapitalisierung solide. Rund 97 Prozent der Regionalban- ken hatten 2024 Kernkapitalquoten von über 15 Prozent. Derzeit verlangt die EZB beim harten Kernkapital gut elf Prozent. Gleichzeitig hat sich das Umfeld spür- bar verändert. 2023 und 2024 schrieben die Regionalbanken Rekordergebnisse – vor allem wegen der gestiegenen Zen- tralbankzinsen. Österreichs Bankhäuser wurden in dieser Phase kritisiert; Unter- suchungen kamen zum Ergebnis, dass sie nach den EZB-Zinsanhebungen im Kredit- und Einlagengeschäft höhere Mar- gen einbehielten als in anderen Ländern üblich. Die Branche wies das zurück. Fest steht: Dieser Ertragstreiber hat sich abge- schwächt, weil die Zinsen ab Herbst 2024 wieder gesunken sind. Zudem sind die Unternehmensinsolvenzen angestiegen – und die Konjunkturprognosen bleiben schwach. Die heimische Wirtschaft dürfte 2026 nur um ein Prozent wachsen. Belas- tend ist zudem die geopolitische Unsicher- heit. „Die Ertragspotenziale werden nicht mehr so stark steigen wie in den vergange- nen Jahren“, so Sumper. ImPrivatkunden- geschäft hätten Regionalbanken bereits „viel richtig gemacht“, Betreuungsmodelle und Filialkonzepte wurden modernisiert. Im Firmenkundengeschäft müsse aber der Fokus geschärft werden. Und „das Management von Problemkrediten muss wieder eine Kernaufgabe werden“, so Sumper. EDITH HUMENBERGER-LACKNER FP » Regionalbanken refinanzieren sich fast ausschließlich aus den Kundeneinlagen. Sie haben kaum Möglich- keiten, sich am Kapital- markt Geld zu holen. « Andreas Sumper, zeb So geht es den Regionalbanken Kumulierte Entwicklung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung von Regionalbanken Der Zinsüberschuss war 2024 deutlich höher als in Deutschland. 2025 sieht zeb einen Abschwung auf 1,86 Prozent, 2026 potenziell auf 1,81 Prozent. In der Grafik sind diese Zahlen noch nicht abgebildet. Klar ist: Es braucht Alternativen zumZinsgeschäft. 1 durchschnittlicheBilanzsumme(gewichteteMittelwerte)| 2 nachBewertung,vorSteuern| 3 Kosten-Einnahmen-Quote Quelle:zeb Zinsüberschuss Provisionsüberschuss Sonstiges Ergebnis Operative Kosten Risikokosten 2020 2022 2023 0,59 0,58 0,59 ,0 60 0,61 1,42 ,1 25 ,1 38 2, 01 2,09 -1,44 -1,29 -1,20 -1,33 -1,36 -0,45 -0,44 0 07 , 0 08 , -0,22 -0,01 0 07 , -0,13 0 07 , 0 06 , Betriebsergebnis v. St. 2 2024 CIR 3 Vergleichswerte (2024) Österreichische Regionalbanken (Deutschland)(Deutschland) Ergebnis, in%der DBS 1 0,73 0,66 1,91 1,73 -1,50 -1,44 -0,14 -0,16 2018 Eigenkapitalrentabilität v. St. 0,63% 0, , 0, , , % 0 96% 098% ,81 % 69% 4 % 6 9% 57% 0% 8,0% 1 , ,6 5,0 , 3, % 8 18% 9 % ,9% Weiter hoher Zins- überschuss, prognos- tiziert wird aber ein Rückgang. 2026: 1,81%(ohne Gegen- maßnahmen) Provisionserträge über die Jahre sehr konstant Risikokosten weiter hoch fondsprofessionell.at 1/2026 259
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