FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026
rascht Markus Melchart, Sales Director Austria & CEE bei Invesco, nicht. „Der Einsatz von ETFs ist zum Teil wohl durch die vergleichsweise attraktive Kostenstruk- tur beziehungsweise den Kostendruck in der Branche zu erklären“, sagt er. Es seien aber nicht nur die Kosten, als Beispiel für andere Motive nennt Melchart den US- Aktienmarkt, wo es für Dachfondsmana- ger schwierig sei, mit aktiven Strategien nach Kosten dauerhaft einenMehrwert zu erzielen. Mit ETFs dagegen könne es auch dank steuerlicher Vorteile gelingen, den S&P 500 oder den Nasdaq 100 nach Kos- ten zu schlagen. Aktiv gemanagte Fonds könnten allerdings weiterhin vor allem LQ KHWHURJHQHQ RGHU ZHQLJHU Hȯ]LHQWHQ Märkten ihre Stärken ausspielen, etwa in Europa, in Schwellenländern oder im Small-Cap-Segment. Auch in Phasen von Marktverzerrungen oder erhöhter Vola- tilität könnten aktive Strategien Vorteile bieten, so Melchart. Neben den Kosten spielten auch Transparenz und Liquidität eine wichtige Rolle. Für langfristige Inves- toren sei zudem interessant, dass Kosten imZusammenhang mit der Ausgabe und Rücknahme von ETF-Anteilen über den Spread vom jeweiligen Verursacher getra- gen werden und nicht zulasten des Fonds- vermögens gehen. Aktien in Favoritenrolle Das starke Wachstum passiver Fonds dürfte nicht zuletzt auch dem verstärkten Einsatz von Aktienfonds innerhalb der Dachfonds geschuldet sein, die um 2,53 Milliarden Euro auf 19,33 Milliarden Euro zulegten VLHKH DXFK *UDljN YRULJH 6HLWH 'HQQ innerhalb der passiven Allokationen dominieren traditionell klar Aktien- strategien. Nach 8,57 Milliarden Euro in der vorherigen Auswertung sind aktuell 9,93 Milliarden Euro in ETF- $NWLHQIRQGV LQYHVWLHUW VLHKH *UDljN GLHVH 6HLWH Wiedenmann zufolge rücken dabei vor allem Themen-ETFs stärker in den Fokus von Dachfondsmanagern, etwa Produkte mit Fokus auf die Rüstungsindustrie. Auch das Thema Altersvorsorge gewinne an Bedeu- tung, beispielsweise im Zusammen- hang mit Target-Date-Strategien oder mit dem Management von Ablauf- leistungen. Darüber hinaus beobachtet Amundi eine zunehmende Integra- tion von Dachfondsstrategien in individuelle Portfoliomanagementlö- sungen, bei denen Technologie eine wichtige Rolle spielt. Ein weiterer Trend seien aktive ETFs und soge- nannte White-Label-ETFs, über die Asset Manager eigene Strategien in ETF-Form anbieten können. Kahre erwartet ebenfalls, dass sich der Entwicklung der Assetklassen: Passive Fonds Aktienfonds zählen hingegen bei den passiven Subfonds zu den Favoriten. Ihr Anteil stieg gegenüber der letzten Studie von 69,56 auf 71,91 Prozent – zulasten der Anleihenfonds, deren Gewichtung um1,89 Prozentpunkte auf 26,13 Prozent sank. Quelle:FONDSprofessionellEigenrecherche 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % Mischfonds Immobilien Geldmarkt Alternative Investments Anleihen Aktien Juni 2020 Dez.2020 Juni 2021 Dez.2021 Dez.2019 Juni 2018 Dez.2018 Juni 2019 Dez.2025 Juni 2025 Dez.2024 Juni 2022 Dez.2022 Juni 2023 Dez.2023 Juni 2024 Dez.2013 Dez.2011 Juni 2013 Juni 2011 Dez.2012 Dez.2010 Juni 2012 Juni 2010 Dez.2015 Juni 2016 Dez.2016 Juni 2017 Dez.2017 Juni 2015 Dez.2014 Juni 2014 Entwicklung der Assetklassen: Aktive Fonds Unter den aktiven Subfonds zählen Anleihenfonds zu den Schwergewichten. Sie verzeichneten gegenüber der letzten Studie Abflüsse und stellen nunmehr 59,32 Prozent der aktiven Zielfonds. Aktienfonds konnten ihre Gewichtung um1,82 Prozentpunkte auf 35,21 Prozent steigern. Quelle:FONDSprofessionellEigenrecherche 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % Sonstiges Mischfonds Alternative Investments Geldmarkt Aktien Anleihen Juni 2020 Dez.2020 Juni 2021 Dez.2021 Dez.2019 Juni 2018 Dez.2018 Juni 2019 Dez.2025 Juni 2025 Dez.2024 Juni 2022 Dez.2022 Juni 2023 Dez.2023 Juni 2024 Dez.2013 Dez.2011 Juni 2013 Juni 2011 Dez.2012 Dez.2010 Juni 2012 Juni 2010 Dez.2015 Juni 2016 Dez.2016 Juni 2017 Dez.2017 Juni 2015 Dez.2014 Juni 2014 226 fondsprofessionell.at 1/2026 VERTRIEB & PRAXIS Dachfonds-Studie 1|2026
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=