FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

Kollegen. Bankmanager, mit denen man spricht, loten zwar die Aufnahme digitaler Assets aus, meist überwiegt aber die Sorge, unabsehbare Turbulenzen könnten auf sie zurückfallen: Obwohl die Kryptowelt heute hoch reguliert ist, gibt es sinistere Momente zur Genüge; angefangen damit, dass der Schöpfer der größten Kryptowäh- rung Bitcoin unbekannt ist. „Ob es eine gute Anlage ist, muss jeder selbst beantworten. Aber viele Österrei- cher kaufen Kryptowährungen. Darum war es für uns eine logische Ergänzung“, so Huber. Rund zwei Monate nach dem Start hat Dadat eine „deutlich vierstellige Zahl“ an Krypto-Anlegern. „Es kommen täglich neue dazu. Das ist sehr positiv für uns“, gibt sich Huber zufrieden. Er betont aber, die Kryptoschiene bleibe im Konzern auf Dadat begrenzt – der Broker ist eine Marke der Schelhammer Capi- tal Bank, deren Vorstand Huber ist und die wiederum zur Grawe-Bankengruppe gehört. Auch die Grawe-eigene Vermö- gensberater-Wertpapierdrehscheibe „Die Plattform“ bleibe kryptoassetfrei. Roter Teppich 'HQ Ľ.U\SWRV DOV 7ĞUĆȬQHUĺ *HGDQNHQ KDWWH DXFK GLH 5DLȬHLVHQ /DQGHVEDQN 5/% 1LHGHUĆVWHUUHLFK:LHQ DOV VLH GHQ Kunden vor zwei Jahren den Zugang über das Depot legte. Eine Sprecherin sagt, 18.000 Personen hätten bisher das Angebot genutzt und knapp 140 Millio- nen Euro transferiert (Käufe plus Ver- NÌXIH (LQH ĞEHUVFKDXEDUH 'LPHQVLRQ IĞU das Institut mit rund 34 Milliarden Euro Bilanzsumme. Augenscheinlich geht es aber gar nicht darum, ein neues Ertrags- IHOG ]X HUĆȬQHQ 9LHOPHKU VLQG .U\SWR Assets ein roter Teppich, denman ausrollt, damit Kunden eintreten und sich beim Gesamtangebot umsehen. :ÌKUHQG GLH 5/% EHLP .U\SWR $QJH - bot mit dem österreichischen Riesen Bit- panda kooperiert, hat Dadat eine eigene /ĆVXQJ DXIJHVWHOOW 6HLW 'H]HPEHU EHVLW]W GLH 'DGDW .U\SWR *PE+ HLQH /L]HQ] DOV &U\SWR $VVHW 6HUYLFH 3URYLGHU &$63 0LW dem jungen EU-Standard genießt man derzeit noch eine gewisse Sonderstellung; (LQH DXIUHFKWH /L]HQ] KDWWHQ LQ ŸVWHUUHLFK bei Redaktionsschluss nur sieben Anbieter. Diese Konkurrenten bereiten Huber Kopfzerbrechen, ebenso wie an andere QHXH 0LWEHZHUEHU Ľ1HREURNHU ELHWHQ RIW HLQH /LJKW9HUVLRQ DQ 'D JLEW HV HLQHQ Börseplatz, und die Instrumente sind überschaubar; Aktien, ETFs, vielleicht ein paar Anleihen. Es ist kaum im Interesse des Kunden, wenn er in illiquide Märkte hineingezogen wird“, so Huber. Dadat hat knapp 40 Handelsplätze, darunter in den USA, Japan oder Australien. Da müsse PDQ QRFKPHKU GLH /LTXLGLWÌWV XQG 3UHLV - vorteile der Börsenvielfalt erklären. 'LH 3UHLV 7UDQVSDUHQ] EHL GHQ QHXHQ Marktteilnehmern sei zu hinterfragen. Eine Ansicht, mit der Huber nicht allein ist (siehe Interview mit Waltraud Perndorfer, 6HLWH 1HREURNHU EHZHUEHQ JHUQ EOX - mig ein kostenloses Paket, verdienen aber an erhöhten Spreads (Spanne zwischen .DXI XQG 9HUNDXIVNXUV )ĞU $QOHJHU LVW diese Art von Gebühr eher schwierig zu erkennen. Sie zahlen dort oft mehr als bei Anbietern mit größerem Sortiment. Marketing über den Preis +XEHU VDJW HU ZLOO JHJHQĞEHU GHQ 1HR $QELHWHUQ GDV /HLVWXQJVVSHNWUXP HLQHU %DQN *LUR 6SDUNRQWR .UHGLW HWF KHU - vorstreichen. Dennoch: Angesichts des Wettbewerbs dürfte der Preis das stärkste Argument sein, dem sich auch die breit aufgestellten Broker-Vollanbieter nicht ent- ziehen können. Wer langfristig bestehen will, muss Kunden gewinnen – Kosten nachrangig. Erstens braucht man größere 6NDOHQHȬHNWH ZHLO GHU (7) %RRPXQG GLH Regulierung zunehmend die Provisions- einnahmen schmälern. Zweitens muss das kostensensible junge Publikum noch vor GHP 6SUXQJ ]XU 1HR .RQNXUUHQ] DEJH - fangen werden. „Wir müssen so spannend sein für die Jungen, dass sie nicht auf die Idee kommen, die eingeschränkte Version der Mitbewerber zu nutzen, die gerade nach Österreich strömen“, so Huber. „Das ist unser Markt, da müssen wir auch drauf schauen“, gibt er sich kämpferisch. Gerichtet ist die Ansage auch an den Kryptobroker Bitpanda. Vor zehn Jahren kostete ein Bitcoin 400 Dollar, Mitte März 2026 waren es 70.000. Selbstredend war- teten risikofreudige Anleger da nicht, bis LKUH 'HSRWDQELHWHU NU\SWRljW VLQG 9LHOH haben ihre Heimat bei Bitpanda gefun- den, die nun mit starker Kundenbasis das Geschäft der klassischen Broker abgräbt. Seit heuer gibt es dort „echte“ Aktien und ETFs (davor gab es bereits Aktien-/ETF- 'HULYDWH (V H[LVWLHUW ]ZDU QXU HLQ +DQ - delsplatz, und die Kosten sind nicht so tief, wie es vordergründig oft wirkt. Die ertragsstarke Bitpanda dürfte aber Mittel haben, um an dieser Schraube zu drehen. EDITH HUMENBERGER-LACKNER FP fondsprofessionell.at 1/2026 197 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH | FONDS PROFESSIONELL » Neobroker, bieten oft eine Light-Version an. (...) Es ist kaum im Interesse des Kunden, wenn er in illiquide Märkte hineingezogen wird. « Ernst Huber, Dadat

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