FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

165). „Ich kannte ihn von früheren Immo- biliengeschäften, die gut gelaufen sind. Daher ging ich davon aus, dass Arax und VE Immo in guten Händen sein werden“, so Tiringer im Rückblick. Es kam jedoch anders: Motaev kündigte Arax-Geschäfts- führer Syed und kurz darauf alle Mit- arbeiter beider Unternehmen. Nur zwei Monate später wurden die Firmen an den Immobilieninvestor Boris Yosopov verkauft, der unter anderem wegen Insol- venzen bei der Sveta-Gruppe in die Kritik geraten ist. Im Vertrieb machten sich in Ermangelung von Kommunikation und Transparenz langsam Verärgerung und Verunsicherung breit. Zurück zu den jüngsten Ereignissen und zum Status quo. Das größte Problem für Arax ist, sagt der aktuelle Geschäfts- führer Rieger, dass das Unternehmen nicht liquide ist und Verbindlichkeiten hat. „Die Bank Austria hat im vergange- nen Herbst alle Konten gekündigt bis auf eines, das mit 25.000 Euro im Minus ist“, sagt er und ergänzt: „Ein weiteres Manko ist, dass mir immer noch nicht alle Geschäftsunterlagen vorliegen.“ 'LH *XWKDEHQ VLQG ODXW 5LHJHU RȬHQEDU DXI HLQ .RQWR GHU &HWL +ROGLQJ JHijRVVHQ DXI GDV PDQ EHL $UD[ NHLQHQ =XJULȬ KDW Da die beiden Gesellschaften Stand Ende Februar 2026 unterschiedliche Eigen- tümer haben, ist das rechtens. Bedauer- OLFKHUZHLVH EHWULȬW GDV DXFK GLH (UOĆVH DXV GHU %HWHLOLJXQJ DQ GHU 3KDUPDljUPD Biocrates, die im Sommer 2025 verkauft wurde. Für die Anleger geht es hier um rund 5,7 Millionen Euro. Das bringt die früheren Vertriebspart- ner in Rage. Sie fordern die Rückforde- rung des Geldes auf ein Arax-Konto und eine Anzeige gegen die vorigen Geschäfts- leiter. Rieger versucht zu beruhigen: „Ich NHQQH GLH *HOGijĞVVH QRFK QLFKW JHQDX gehe aber davon aus, dass das Kapital dort hinkommt, wo es hingehört.“ Im Sog der Krise Rieger soll für seine unbekannten Auf- traggeber retten, was zu retten ist. Viel Zeit hat er nicht: „Arax ist ein Sanierungs- fall, und ich muss relativ bald Entschei- GXQJHQ WUHȬHQĺ 2KQH /LTXLGLWÌW LVW GHU Unternehmer kaum handlungsfähig, und selbst ein Plan B erfordert frisches Kapital. Wie dieser aussehen könnte, wollte der Sanierer auf der Vertriebsveranstaltung nicht sagen. Ein Rettungsversuch mit Beteiligung der Arax-Kunden, die Sanie- rungskapital einzahlen, dürfte allerdings in der aktuellen Situation und ohne voll- ständige Transparenz praktisch kaum umsetzbar sein. „Die Arax-Insolvenz ist daher nicht auszuschließen“, sagt Rieger. Inzwischenmachen auch Unternehmen aus dem Arax-Portfolio Druck. Dem Ver- nehmen nach benötigt beispielsweise das *UD]HU 8QWHUQHKPHQ (\HVRQ HLQH /LTXL - ditätsspritze. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass Arax-Anleger in der gegenwärti- gen Situation weiteres Kapital zuschießen wollen“, meint Rieger. Andere Firmen ver- suchen wiederum, die Probleme von Arax zu nutzen, umdie Beteiligungen der Anle- ger billig loszuwerden. In Summe sind die Vorzeichen für das Bestehen von Arax nicht gerade positiv, obwohl das Investi- tionsmodell eigentlich gut ist, wie Rieger bestätigt. Daher tickt die Uhr – für Arax und für die enttäuschten Anleger. ALEXANDER ENDLWEBER FP Die Geschichte des VC-Managers Arax Oktober 2007: Daniel Cesky und Christian Tiringer gründen die Arax Capital Partners GmbH. Geschäftsgegenstand ist die Inves- tition von Venture Capital in junge Unternehmen im Hightech- und Biotechnologiesektor insbe- sondere in Österreich. Das Investitionskapital kommt primär von österreichischen Privatanle- gern. Kurz nach der Gründung startet die erste Emission „ACP 2007“. Oktober 2008: Cesky und Tiringer gründen die Ceti Holding GmbH und bringen die Arax in diese Gesellschaft ein. Juli 2023: Die beiden Arax-Geschäftsführer Michael Stranz und Thomas Cimbal verlassen Arax, und der langjährige leitende Mitarbeiter Rubayet Rumman Syed wird Geschäftsführer bei Arax. Juni 2024: Die bislang letzte Emission „ACP 2024“ geht in den Vertrieb. Mit die- sem Investitionsangebot werden rund 1,7 Millionen Euro bei Anlegern eingeworben. Mai/Juni 2025: Die Biocrates Life Sciences AG, an der Arax-Beteiligungsgesellschaften beteiligt sind, wird verkauft. Die Rückflüsse aus dem Exit in Höhe von mehreren Millionen Euro sind bis dato nicht an die Arax-Anleger ausge- kehrt worden. Juni 2025: Cesky und Tiringer verkaufendie Ceti Holding an BenjaminMotaev und ihmnahe- stehende Firmen. Motaev wird auch Geschäfts- führer bei Arax. Syed wird in dieser Funktion abberufen. Juli 2025: Motaev verkauft die Ceti Hol- ding an die Familie Yosopov und ihr naheste- hende Firmen. November 2025: Auf Drängen von Investo- ren findet eine Informationsveranstaltung statt, nachdem es über Monate keine Informationen mehr an die Anleger gab. Dezember 2025: Arax Capital Partners und die für die Anleger wichtige BVT Beteiligungs- verwaltung und Treuhand GmbH werden aus der Ceti Holding herausgelöst und an die Lugsch Beteiligung GmbH verkauft. Neuer Arax- Geschäftsführer ist Jürgen Rieger. Jänner 2026: Yosopov verkauft die Ceti Holding an Karl Holler, der zuvor die Firmen, die Gesellschafter der CETI Holding sind, über- nommen hat. Februar 2026: Inder Ceti HoldingwirdHoller alsGeschäftsführer abberufen.SeineStelleüber- nimmt Mahdi Abarghoui, der schon längere Zeit mit Rieger zusammenarbeitet. Außerdem findet Ende Februar eine Informationsveranstaltung für Arax-Vertriebspartner statt. Stand:26.2.2026 fondsprofessionell.at 1/2026 165 :

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