FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

Der Immobilienmarkt durchlebt schwere Zeiten. FONDS professionell sprach mit Gunther Hingsammer , IFA AG, und Paul G. Schaufler , Auritas, über die Stimmung in der Branche und die Herausforderungen im Vertrieb des Bauherrenmodells. W ährend der Immobilienkonzern Soravia in Deutschland mehrere hundert Millionen Euro Anlegerkapital YHUEUHQQW YHUĆȬHQWOLFKW GLH ĆVWHUUHLFKL - sche Tochter IFA erstaunlicherweise eine Erfolgsmeldung nach der anderen. Die Gesellschaft platzierte vergangenes Jahr mehrere Bauherrenmodelle und legte im Herbst ihr 500. Immobilienprojekt auf. Der Gesamtumsatz 2025 belief sich auf 95 Millionen Euro. Das entspricht nach Unternehmensangaben gegenüber 2024 einer Steigerung von 25,4 Prozent. Im Jänner startete die IFA den vierten Abschnitt der „Baumstadt Floridsdorf“ in Wien mit einem Investitionsvolumen von 14,7 Millionen Euro. Vor kurzem begab die IFA auch eine Unternehmens- anleihe, ausgerechnet zu der Zeit, als die IFA-Schwestergesellschaft One Group in Hamburg ihren Investoren erklärte, dass einige Anleihen nicht bedient werden können und verlängert werden müssen. Gunther Hingsammer, Mitglied im Exe- cutive Board bei der IFA, betont, dass zwischen den Gesellschaften kein direk- ter Zusammenhang bestehe und das IFA- Geschäft losgelöst von den Entwicklungen in Deutschland sei. Die Österreicher hät- ten mit der IFA durchweg positive Erfah- rungen, was den Vertriebserfolg erkläre, PHLQW 3DXO * 6FKDXijHU GHU ]X GHQ JUĆĕ - ten Vertriebspartnern der IFA zählt. In der Medienberichterstattung über den österreichischen Immobilieninvestment- markt wechseln positive und negative Sig- nale in rascher Folge. Wie nehmen Sie die aktuelleStimmungwahr? Gunther Hingsammer: Insgesamt nehme ich die Stimmung als verhalten optimis- tisch wahr; vielleicht sogar zu optimistisch, wenn man die makroökonomischen Rah- menbedingungen nüchtern betrachtet. Wir sehen nach wie vor toxische Faktoren: massiv gestiegene Baukosten und eine sehr restriktive Kreditvergabe der Banken, die sich aufgrund regulatorischer Anforde- rungen weiter verschärfen dürfte. Auf der 1DFKIUDJHVHLWH WULȬW GLH UĞFNOÌXljJH %DX - genehmigungstätigkeit auf ein knappes Angebot. Die Nachfrage selbst ist kons- tant vorhanden. Wer es sich leisten kann, NDXIW (LQHQ JURĕHQ 5XQ VHKHQ ZLU DEHU nicht. Viele Haushalte bleiben länger im Mietmarkt, und auch die KIM-Verord- nung trägt zur anhaltenden Zurückhal- tung bei. DieOeNBsagt,dassImmobilienwiederleist- barersind,abervierFünftelderÖsterreicher sind anderer Ansicht. Was zeigt Ihre Erfah- rung, HerrSchaufler? 3DXO * 6FKDXijHU Die Situation ist nach wie vor angespannt. Die vergangenen Jahre sind an keinem Marktteilnehmer spurlos vorübergegangen, weder an Bau- WUÌJHUQ QRFK DQ %DXljUPHQ %DQNHQ RGHU Beratern. Das hat das Käuferverhalten nachhaltig verändert: Die Menschen hin- terfragen mehr, vergleichen stärker und greifen nicht mehr zum erstbesten Ange- bot. Beim Eigentumserwerb sehe ich die Lage aufgrund der nach wie vor restrikti- ven Kreditvergabe weiterhin als schwierig an. Was ich aber auch sehe: Jene Berater, „Die Marktbereinigung der letzten Jahre war gesund“ » Die Menschen hinterfragen mehr, vergleichen stärker und greifen nicht mehr zum erstbesten Angebot. « Paul G. Schaufler, Auritas SACHWERTE Gunther Hingsammer | IFA AG + Paul G. Schaufler | Auritas 154 fondsprofessionell.at 1/2026

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