FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026

Dazukommt auchnochdasdemografische Problem. Ja, ein weiterer zentraler Punkt ist das Thema Nachwuchs. Die Branche ist insge- VDPW ĞEHUDOWHUW XQG YLHOH 9HUPLWWOHU ljQGHQ keine geeigneten Nachfolger. Das führt dazu, dass Büros verkauft werden und grö- ßere Strukturen entstehen. Diese Entwick- lung bringt natürlich auch Vorteile mit sich, wenn es etwa darum geht, gemein- same Vereinbarungen oder Vergütungs- PRGHOOH ]X JHVWDOWHQ 3HUVĆQOLFK ljQGH LFK sehr schade, dass Frauen im Vertrieb nach wie vor unterrepräsentiert sind, obwohl sie oftmals – auch aufgrund ihrer sozialen Kompetenz – sehr erfolgreich sind. Hier sehe ich großes Potenzial. Es wäre wichtig, gezielt mehr Frauen – auch Wiedereinstei- gerinnen – für unsere Branche zu begeis- tern. Gleichzeitig versuchen wir als Wiener Städtische, junge Talente zu fördern, etwa durch unsere Unterstützung des Jungmak- ler-Awards. Dabei geht es nicht nur darum, junge Menschen sichtbar zu machen, son- dern auch darum, den Austausch zwischen den Generationen zu stärken. Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Vertrieb, undwosehenSie ihreGrenzen? Digitalisierung ist für uns ein ganz zentra- les Thema, aber ich bin überzeugt, dass sie immer mit Augenmaß eingesetzt wer- den muss. Es gibt viele Bereiche, in denen digitale Lösungen klare Vorteile bringen. Niemand möchte heute noch einen Brief schreiben, um eine Bankverbindung zu ändern. Solche Prozesse müssen einfach und schnell digital funktionieren. Gleich- zeitig bin ich der festen Überzeugung, dass die persönliche Beratung auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Gerade bei komplexen Themen wie Vor- sorge oder Absicherung geht es um Ver- trauen, und das entsteht im direkten Aus- tausch zwischen Menschen. Digitalisie- rung kann diesen Prozess unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir haben in den letzten Jahren viel in digitale Prozesse investiert und erreichenmittlerweile einen sehr hohen Digitalisierungsgrad. Das hat zur Folge, dass heute bereits ein Großteil unserer Anträge digital abgewickelt wird. Zusätzlich stellen wir unseren Vertriebs- partnern verschiedene Tools zur Verfü- gung, die sie im Beratungsprozess unter- stützen. Diese werden auch gut angenom- men, wobei größere Einheiten oft eigene Lösungen nutzen. WelcheBedeutunghatkünstlicheIntelligenz in IhremBereich? Der Einsatz künstlicher Intelligenz ist bei uns derzeit vor allem in der Schadens- abwicklung sehr stark. Dort nutzen wir KI, um Prozesse zu beschleunigen, etwa beim Auslesen von Rechnungen oder bei der Bearbeitung von Leistungsfällen. Auch in unserer Kunden-App kommt diese Technologie bereits zumEinsatz, um HLQH VFKQHOOH XQG Hȯ]LHQWH $EZLFNOXQJ zu ermöglichen. Darüber hinaus beschäf- tigen wir uns intensiv mit der Frage, wie wir künstliche Intelligenz künftig noch stärker im Vertrieb nutzen können. Bei- spiele dafür sind etwa die automatisierte Erstellung von Angeboten oder das Aus- lesen von Dokumenten wie Zulassungs- scheinen. Das Ziel ist, unseren Partnern Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, mit » Die Branche ist insgesamt überaltert, und viele Vermittler finden keine geeigneten Nachfolger. « Christoph Bachlechner, Wiener Städtische fondsprofessionell.at 2/2026 163 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | MARLENE.AT

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