FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026
Ausschüttungen und Ausstiegsmöglich- keiten haben wollen. Allerdings beträgt bei unserem ELTIF die Mindesthalte- dauer fünf Jahre und die Kündigungsfrist zwölf Monate, und die Volumina, die pro Jahr zurückgegeben werden können, sind gering. Außerdem gibt es einen Rückgabe- abschlag. Daran erkennt man, was wir unter „semiliquide“ verstehen. Der ELTIF ist kein Produkt zum Traden, und des- halb haben wir bewusst Ausstiegshürden gesetzt. Außerdem schützt die Limitation beim Ausstieg den Fonds. Er darf nie in 6FKLHijDJH JHUDWHQ Welche Überlegung steckt hinter der Min- destbeteiligungvonnur einemEuro? Ich persönlich glaube, dass wir dem Anleger keine Mindestzeichnungssumme vorgeben sollten. Jeder Betrag ist will- kürlich. Ich glaube, es wird sich von selbst bei jedem eine gewisse Mindest- zahlungssumme ergeben, schließlich müs- sen Depotgebühren bezahlt werden. Ich möchte allerdings jungen Menschen ermöglichen, den ELTIFmit ein paar hun- dert Euro in ihrem Depot beimischen zu können. Vielleicht investieren sie später wieder ein paar hundert Euro und dann noch mal … SiesprecheneinhäufigesVerkaufsargument an. DenndemELTIFwird attestiert, dass er zur Demokratisierung des Eintritts von Pri- vatanlegern in die institutionellen Private Marketsbeiträgt. Sie haben völlig recht. Genau das ist es: Wir stehen einer breiteren Klientel zur Verfügung. Man muss aber darauf achten, dass nicht die „falschen“ Anleger investie- ren, sondern nur jene, für die der Fonds geeignet ist. Daher ist es wichtig, so viel wie möglich aufzuklären. Apropos „nicht die Falschen erwischen“: In welcheBranchengehenSie,undworaufach- tenSiedabei?Gibt esAusschlusskriterien? Es gibt eine Reihe von Ausschlusskriterien. Aber es ist nicht wie bei einem Discoun- ter, bei dem ich in die Regale greife und alles bekomme, was ich will. Denn einer- seits muss der Zielfondsmanager wollen, dass wir uns bei ihm beteiligen. Und andererseits sind Fonds manchmal ver- JULȬHQ XQG HV NDQQ VHLQ GDVV GHU )ROJH - fonds erst in drei, vier Jahren aufgelegt wird. Grundsätzlich prüfen wir poten- zielle Investments nach den Standards der Institutional Limited Partners Association. Dadurch bekommen wir ein objektives Bild, mit dem wir gut arbeiten können. Der zweite Aspekt ist für mich ein qua- litativer, nämlich der Kontakt und der inhaltliche Austausch mit dem jeweiligen Fondsmanager und seinem Team. Denn wir beleuchten nicht nur die schönen Themen, sondern wir wollen auch wissen, was der Fondsmanager macht, wenn es nicht so gut läuft oder Pläne nicht funk- tionieren. Wie bringt sich das Manage- ment ein? Und wie geht es damit um, dass Unternehmen scheitern? Und inwelcheBranchenwollenSiekonkret investieren? Ich gehe davon aus, dass in Europa dauer- haft vernünftige Renditen technologie- getrieben erwirtschaftet werden. Deshalb » Im Dachfonds müssen wir besonders auf die Kostenstruktur achten, damit sie uns nicht um die Ohren fliegt. « Matthias Hallweger, HMW fondsprofessionell.at 2/2026 145 FOTO: © SEBASTIAN WIDMANN FÜR FONDS PROFESSIONELL
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