FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026

„Man kann sich auf Trump nicht ein- stellen“, meint auch Hendrik Leber, Grün- der der Fondsgesellschaft Acatis. „Ich stelle mich allerdings auf eine Welt nach Trump ein.“ Entweder werde Trump nach den Zwischenwahlen entmachtet, oder ein Nachfolger wie Außenminister Marco Rubio oder Vizepräsident James David Vance tritt an seine Stelle. „Das wäre noch schwieriger“, sagt Leber. „Bekäme man es hingegen mit klugen Leuten zu tun, wür- GHQ VLFK DQGHUH 3HUVSHNWLYHQ HUĆȬQHQĺ Übergeordneter Trend Ein bei vielen Banken und Asset Mana- gern üblicher Ansatz ist das Entwerfen von Szenarien. Doch ist dieser Weg ange- sichts der Wechselhaftigkeit der politi- schen Großwetterlage noch gangbar? „Die eine Option wäre der Versuch vorherzu- sagen, was politisch passieren wird, und darauf ein Basisszenario auszurichten“, erläutert Martin Brückner, Gründungs- partner und Investmentchef der Frank- furter Boutique First Private. „Die andere Option ist, das Portfolio so aufzustellen, dass möglichst viele Szenarien abgedeckt werden – sowohl wirtschaftliche wie geo- politische. Die zweite Option ist unser bevorzugter Weg.“ Ein klares Bild der übergeordneten Lage und Entwicklungen möchte sich zunächst HLQPDO (FNKDUG 6FKXOWH YHUVFKDȬHQ 'HU Vorstandsvorsitzende und Gründungs- partner von Mainsky Asset Management meint, dass derzeit neue Leitplanken in den Boden gerammt werden. „Wir bewe- gen uns auf eine neue Weltordnung zu“, sagt Schulte. „Die bipolare Ordnung wird von einer multipolaren abgelöst.“ Sicher- lich würden die USA und China domi- nante Akteure bleiben. Doch das Spielfeld werde künftig durch verschiedene Macht- zentren geprägt. Neben Europa könnten dies Indien oder der Nahe Osten sein. Viele Konfrontationen „Es wird daher nicht mehr zu der einen großen Konfrontation kommen wie im Kalten Krieg“, erläutert Schulte. „Vielmehr VLQG UHJLRQDOH .RQijLNWH ZDKUVFKHLQOLFKHU in denen die großen Akteure ihr Hand- lungsfeld abstecken oder erweitern.“ Die US-Interventionen im Iran und in Vene- zuela seien Beispiele dafür. „Dadurch, dass GLH .RQijLNWH UHJLRQDO EHJUHQ]W EOHLEHQ wie im Fall Russlands gegen die Ukraine, spielen sie für die Börse längerfristig keine allzu große Rolle“, meint der Anlage- stratege. Für Investitionsentscheidungen zieht Schulte daraus zwei Schlüsse: „Zum einen sollte ein Portfolio möglichst breit diversi- lj]LHUW DXIJHVWHOOW ZHUGHQ XP QLFKW DQIÌO - OLJ IĞU HLQ]HOQH .RQijLNWH ]X VHLQĺ VR GHU Vermögensverwalter. „Zum anderenmuss man analysieren, welche Anlageklasse bei » Meine Empfehlung ist, die Nachrichten von Trump einfach auszublenden. « Harald Preißler, Bantleon fondsprofessionell.at 1/2026 59 Ins Rutschen geraten US-Standard- und Nebenwerte Die Kurse amerikanischer Aktien geben nach, gehen bislang jedoch nicht in den freien Fall über. Quelle:Mountain-View 90 % 100 % 110 % 120 % 130 % 140 % 150 % 160 % 170 % 180 % 190 % ’26 I 2025 I 2024 I 2023 S&P 500 ETF S&P Small Cap 600 ETF Dämpfer kassiert Standard- und Nebenwerte Eurozone Large und Small Caps aus demeuropäischenWährungsraumerlitten zuletzt spürbare Einbußen. Quelle:Mountain-View 90 % 100 % 110 % 120 % 130 % 140 % 150 % 160 % 170 % ’26 I 2025 I 2024 I 2023 Euro Stoxx 50 ETF MSCI EMU Small Cap ETF FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH | FONDS PROFESSIONELL

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