FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2026
Gewicht. Und natürlich spielt gerade nach den Entwicklungen der vergangenen fünf Jahre die Qualität des Emittenten eine ent- scheidende Rolle. Hingsammer: Das spüren wir in unseren Gesprächen mit Investoren und Vertriebs- partnern deutlich. Die Branche hat aber einen Professionalisierungsschub durchge- macht, und der Investor fordert das heute auch aktiv ein. WiestellenSiesicher, dassInvestorenkeine steuerlichen Risiken – Stichwort Liebhabe- rei –eingehen? Hingsammer: Entscheidend ist, dass das Produkt grundsolide ist und funktioniert und dass das Immobilienunternehmen die Hausaufgaben dazu macht. Ein wesentli- cher Faktor ist die Finanzierungsstruktur. :LU ljQDQ]LHUHQ LQ $EVSUDFKH PLW GHQ Investoren Publikumsmodelle zu nahezu 100 Prozent mit Fixzinsen. Das schützt die Investoren in einem Zinsumfeld wie dem der vergangenen Jahre, das niemand so vorhergesehen hat. Zusätzlich bauen wir in jeder Prognoserechnung ausreichende 6LFKHUKHLWVSXȬHU HLQ )LQDQ]LHUXQJVNRVWHQ Indexierung und Instandhaltungsrückla- gen werden konservativ kalkuliert. 6FKDXijHU .RQNUHW 'LH %DXKHUUHQPRGHOOH sind so kalkuliert, dass sie schon ein paar Jahre vor der Frist den steuerlichen Total- gewinn erreichen. Deshalb ist kein einzi- ges Projekt, das ich vermittelt habe, in der Liebhaberei gelandet. KostenüberschreitungenbeiderProjektrea- lisierungwaren indenvergangenenJahren ein zentrales Branchenthema. Wie gehen Siedamit um? Hingsammer: Sehr sorgfältig, weil das Fun- dament unseres Geschäftsmodells ist, dass das zugrunde liegende Produkt funktio- niert. Bevor ein Modell emittiert wird, prüfen wir intensiv Baukosten, Geneh- migungsstand und alle projektrelevanten Parameter. Die Beteiligung wird erst ange- boten, wenn wir ausreichend Visibilität haben. Natürlich kommt es auch bei uns zu Kostenüberschreitungen, aber in einem vertretbaren Rahmen. 6FKDXijHU Ich empfehle jedemBerater, sich die Gesamtinvestitionskosten im Detail anzusehen. Es gibt keine „Wunderwuzzis“, die plötzlich deutlich günstiger bauen als DOOH DQGHUHQ :HU GDV EHKDXSWHW VFKDȬW spätere Probleme. Hingsammer: Der Vertrieb hat ein Interesse an kompetitiven Zahlen und hinterfragt deshalb zu Recht die Kalkulationen. Wir versuchen hier eine solide Kommunika- WLRQVEDVLV ]X VFKDȬHQ ZHLO 9HUWUDXHQ LQ Zeiten wie diesen das höchste Gut ist. Wer das einmal beschädigt, hat in diesem Markt ein fundamentales Problem. Ist das Bauherrenmodell für jeden Anleger geeignet? 6FKDXijHU Das Bauherrenmodell ist eines der komplexesten Produkte im Finanz- dienstleistungsbereich. Daher ist es nur für erfahrene Investoren mit hohen Einkom- men geeignet. Bei unseren Kunden liegt die durchschnittliche Investitionssumme LP PLWWOHUHQ VHFKVVWHOOLJHQ %HUHLFK $XFK im Vertrieb ist das Bauherrenmodell kein Mitnahmeprodukt. Berater müssen sich Spezialwissen im Steuer- und Immobilien- recht und in den Finanzierungsstrukturen aneignen. Denn wir erleben, dass die Fra- gen der Kunden immer fundierter wer- den. Wenn ein Berater damit umgehen kann, ist das ein enormer Vorteil. VielenDank für dasGespräch. ALEXANDER ENDLWEBER FP V I TA : Gunther Hingsammer Der gelernte Banker undMaster of Science in Real Estate Gunther Hingsammer ist Mitglied imExecutive Board der IFA AG in Linz. Die Soravia-Tochtergesellschaft ist Österreichs größter Anbieter von Bauherrenmodellen. » Vertrauen ist das höchste Gut. Wer das einmal beschädigt, hat ein fundamentales Problem. « Gunther Hingsammer, IFA SACHWERTE Gunther Hingsammer | IFA AG + Paul G. Schaufler | Auritas 158 fondsprofessionell.at 1/2026 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | MARLENE.AT
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