FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2023

gegenüber bewusst an. Es wird nicht per- manent zu einem Manager- und Namens- wechsel kommen. Wir erwarten uns viel- mehr, dass diese Fonds besser abschneiden als jene der Peers. Das Konzept beruht ja darauf, dass wir unsere Themen entlang der Stärken der Fondsgesellschaften beset- zen, also etwa Amundi für ESG oder J.P. Morgan für Emerging Markets. Die neuen Portfolios beinhalten die Anlage- vorstellungen der Bank, und Sie greifen ein, wenn es nicht mehr passt. Kann die Bank Portfoliostrategie und Risikomanagement besser als eine Fondsgesellschaft? Morales Albiñana-Rosner: Es ist mir wichtig zu betonen, dass wir nicht direkt eingrei- fen. Wir legen die Investmentstrategie fest. Und hier haben wir als Bank Erfahrung, wir kennen unsere Kunden und ihren Bedarf.Wir werden nicht das ganze Univer- sum an Assetklassen über unsere onemar- kets-Fonds abbilden. Die Idee ist, dass wir Produkte anbieten, die immer durch den besten Fondsmanager verwaltet werden. Das ist auch ein Qualitätsversprechen. Kommunizieren Sie den Kunden konkrete Barrieren, ab wann Sie das Mandat wech- seln – etwa einen Maximum Drawdown, wo man weiß, die Bank schreitet ein? Morales Albiñana-Rosner: Es funktioniert wie im Preferred-Partner-Modell. Hier haben wir einen zweistu gen Prozess: eine regelmäßige quantitative und eine quali- tative Analyse. Wenn da ein Fonds im Ver- gleich zur Peergroup nicht mehr adäquat performt, dann schlagen wir dem Kunden einen Produkt-Switch vor. Die Frage ist, wie klar ist es für Kunden, ab wann Sie einschreiten? Weingarts: Ein Einschreiten ist nichts All- tägliches. Da handelt es sich um ein indivi- duelles Monitoring in den Fonds. Wie sieht es aus mit Kosten oder Rückver- gütungen zur Bank? Weingarts: Die Fee-Struktur und die Verwal- tungsgebühren sind völlig marktgerecht. Morales Albiñana-Rosner: Zu den Vergütun- gen sollte man wissen: Im Private Banking haben wir zwei Hauptsegmente. Zum einen die Vermögensverwaltung für Kun- den, die die Entscheidung voll delegieren wollen (in dieser sind Provisionen seit Mi d II verboten, Anm.). Zum anderen haben wir das Beratungsmodell „Universe“, wo der Kunde die Letztentscheidung trifft. Hier gibt es eine All-in Fee. Es fallen also zum Beispiel beim Produktwechsel keine Spesen an. Und, das ist mir wichtig: Wir reichen bei Universe die Bestandsprovisio- nen, die wir von Fondsgesellschaften erhal- ten, an den Kunden weiter.Wir rabattieren die Fee in Höhe der Provisionen. Dasselbe gilt bei den onemarkets-Fonds. Auch wenn wir hier aus einer Gruppen-KAG heraus Produkte gestalten, ändert das nichts. Wird keine interne Konkurrenz zwischen den Fonds der bisherigen Fondspartner und den neuen Produkten entstehen? Morales Albiñana-Rosner: Sollte einer dieser Fonds tatsächlich nicht unseren Ansprü- chen entsprechen, wird er auch nicht Teil unserer Beratung sein. Wir werden die onemarkets-Fonds wie die anderen Pro- dukte behandeln. » Wir rabattieren die Fee in Höhe der Bestands- provisionen. « Marion Morales Albiñana-Rosner, Unicredit Bank Austria M a ri on M o r a l e s A l b i ñ a n a - R o s n e r , U n i c r e d i t B a n k A u s t r i a F r a n k W e i n g a r t s , o n e m a r k e t s , U n i c r e d i t FOTO: © GÜNTER MENZL fondsprofessionell.at 1/2023 253

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