Die Versicherungsgesellschaft Zurich hat unter dem Namen "Zurich For Future Invest" eine fondsgebundene Lebensversicherung aufgelegt, für die ausschließlich nachhaltige Fonds zur Verfügung stehen. Das Produkt trägt das Österreichische Umweltzeichen für Finanzprodukte. Bisher existieren am Markt nur wenige Versicherungsprodukte mit diesem Gütesiegel ("UZ-49").

Pro Vertrag können bis zu zehn Fonds (jederzeit wechselbar) ausgewählt werden, wie es in einer Aussendung heißt. Allerdings bestehe ein Ablaufmanagement, das das Vermögen fünf Jahre vor Ablauf in risikoärmere nachhaltige Fonds umschichtet, wie es heißt. Insgesamt stockte die Zurich die Palette an nachhaltigen Portfolios auf. Mittlerweile sei die Hälfte der 97 wählbaren Fonds nachhaltig, zu Jahresbeginn 2020 waren es nur rund 23 Prozent des Bestandes.

Ablauf- und Nachhaltigkeitsmanagement
Entspricht ein Investmentfonds nicht mehr den ESG-Kriterien, wird er durch ein gleichwertiges Portfolio mit ähnlicher Veranlagungsstrategie sowie Risikoklasse ersetzt. Somit werde sichergestellt, dass das Kundenvermögen durchgehend nachhaltig investiert ist. Möglich sind Laufzeiten zwischen zehn und 50 Jahren. Optional könne zusätzlicher Schutz (Unfallinvalidität, Berufsunfähigkeit oder Unfalltod) dazugekauft werden. Der Vertragsabschluss ist als Einmalerlag oder zu laufender Prämie möglich. Zuzahlungen und Entnahmen sind jederzeit möglich.

"Wir haben 'Zurich For Future Invest' für all jene entwickelt, denen Nachhaltigkeit wichtig ist und die ihren Beitrag für die Zukunft unseres Planeten leisten wollen", lässt sich Kurt Möller, Mitglied des Zurich-Vorstands und für die Produktentwicklung verantwortlich, in der Aussendung zitieren. Gerade für die jüngeren Generationen sei dies eine attraktive Möglichkeit, Kapital mittel- und langfristig zu veranlagen.

Kein Qualitätsmerkmal
Laut den Angaben lässt Zurich für das neue Produkt nur Investmentfonds zu, die gemäß Offenlegungsverordnung als nachhaltig klassifiziert sind (Artikel-8- und Artikel-9-Fonds). Damit zeigt sich, dass die Verordnung hohen Druck auf die Fondsanbieter ausübt, diese Klassifizierung vorzunehmen. Mehrfach war aus dem Markt bereits zu hören, dass eine entsprechende Einstufung bei Ausschreibungen immer mehr zur Voraussetzung wird.

Experten haben allerdings wiederholt darauf hingewiesen, dass diese Artikel-8/9-Einstufung eigentlich kein Qualitätssiegel an sich ist: Solche Fonds dürfen etwa weiter in Firmen mit hohem CO2-Ausstoß investieren, müssen es aber ausweisen. Umgekehrt könnten nicht klassifizierte Fonds durchaus eine ethisch "saubere" Strategie verfolgen – nach EU-Verordnung müssten sie sich aber nicht einstufen, solange sie dies nicht bewerben. Diese Einstufung wird aber nun zunehmend zum "Must-have". (eml)