Nur 23 Prozent der beschäftigten Österreicher sind derzeit im System der betrieblichen Zusatzpension veranlagt. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen forderte im Rahmen einer Online-Pressekonferenz, dass alle Arbeitnehmer Zugang zu einer Firmenpension bekommen sollten.

Er appelliert unter anderem an die Regierung, abseits der Herausforderungen der Pandemiebewältigung den im Regierungsprogramm verankerten General-Pensionskassenvertrag zu verwirklichen. Ein Generalvertrag schafft die Möglichkeit, Kapital aus einer Vorsorgekasse (etwa die Abfindung) in eine Pensionskasse zu übertragen. Auf diesem Weg kann ein Einmalbetrag (Abfertigung) in eine lebenslange Zusatzpension umgewandelt werden. Damit würden Personen, die in der Aktivphase keinen Pensionskassen-Vertrag hatten, rasch Zugang zum System bekommen.

Förderung für geringere Einkommen
Zakostelsky wünscht sich auch, dass die Beitragszahlungen von Arbeitnehmern gefördert werden, etwa über eine steuerliche Absetzbarkeit von Arbeitnehmerbeiträgen beziehungsweise über ein Prämienmodell für Geringverdiener.

Allerdings zeigt sich, dass nicht nur die Politik tätig werden muss, um die zweite Säule zu stärken. Offenbar ist auch mehr Information gefragt. Auf der Arbeitgeberseite sei häufig nicht bekannt, dass die Beiträge in einer betriebliche Pensionskasse steuerlich geltend gemacht werden können.

Hohe Zufriedenheit
Im Durchschnitt liege die lebenslange Zusatzpension, die seine Branche ausbezahlt, bei 480 Euro monatlich (14 Mal jährlich), so Zakostelsky. Die Wertsteigerung lag in den vergangenen zehn Jahren bei gut vier Prozent per annum nach Kosten. Bei den Veranlagten herrscht darüber eine hohe Zufriedenheit von knapp 90 Prozent, wie eine Studie des Market Instituts im Auftrag des Fachverbands zeigt. Die oben erwähnte Wahlmöglichkeit zwischen Einmalzahlung und monatlicher Auszahlung hat laut der Studie ebenfalls hohe Bedeutung: Mehr als drei Viertel der Bevölkerung wünschen sich, hier selbst entscheiden zu können.

Interessanter Weise ist für die jüngsten Studienteilnehmer die Verrentung am wichtigsten. Danach gefragt, ob sie ihre Abfertigung lieber in einer lebenslangen monatlichen Zahlung oder als Gesamtbetrag bevorzugen, ist unter den 16- bis 29-Jährigen der Anteil jener, die lieber einen regelmäßigen Betrag hätten, am höchsten (38 Prozent). Bei der Altersgruppe 50-plus will die Mehrheit den Einmalbetrag haben. Da sei das Geld im Kopf wohl schon für konkrete Investitionen ausgegeben, so David Pfarrhofer Institutsvorstand von market. (eml)