Das Finanzergebnis der österreichischen Versicherungen ist – entsprechend dem Trend der vergangenen Jahre – auch heuer rückläufig. Das zeigt der aktuelle Bericht zum dritten Quartal 2018 der österreichischen Versicherungswirtschaft, den die Finanzmarktaufsicht FMA soeben veröffentlicht hat. Unter dem Strich steht in den ersten drei Quartalen verglichen mit dem Vorjahr ein Minus von rund 13,17 Prozent auf 1,88 Milliarden Euro zu Buche.

Weniger Erträge, mehr Ausgaben
Das Finanzergebnis rechnet Erträge aus Kapitalanlagen und Zinsenerträgen mit Aufwendungen für Kapitalanlagen und Zinsenaufwendungen gegen: Im Detail sackten die Kapitalerträge heuer bisher um 8,93 Prozent ab, gleichzeitig legten die zu leistenden Kapitalaufwendungen um 4,4 Prozent zu.

Diese Entwicklung mündete in den ersten neun Monaten in einer Abnahme des Vorsteuerergebnisses (EGT) um 101,5 Millionen Euro oder 10,21 Prozent auf 892,74 Millionen Euro. Dass das versicherungstechnische Ergebnis (Erträge rein aus der Versicherungstätigkeit) um 18, 4 Prozent auf 430,4 Millionen zugelegt hatte, half dabei nichts – zu klein der Beitrag im Vergleich zur Kapitalmarktseite.

Umsatzrendite rückläufig
Die Umsatzrendite, also das Verhältnis EGT zu Prämien, betrug in den ersten drei Quartalen 6,9 Prozent. Das sind 0,9 Prozentpunkte weniger als noch 2017 – und auch damals war die Rendite bereits geschrumpft: 2016 war noch ein Wert von 9,8 Prozent erzielt worden.

Das Prämienvolumen stieg im dritten Quartal weiter an, in den ersten neun Monaten ergibt sich ein Plus von 1,53 Prozent auf 13,27 Milliarden Euro. Diese stammen aus Einnahmen in Höhe von 7,49 Milliarden Euro aus der Schaden- und Unfallversicherung (+3,46 Prozent), der Lebensversicherung von 4,11 Milliarden Euro (-2,74 Prozent) und der Krankenversicherung von 1,67 Milliarden Euro (+4,21 Prozent).

Lebensversicherung: Rapider Schwund kommt zum Erliegen
Beachtenswerte Entwicklungen gab es im schwierigen Segment der Lebensversicherungen. Der rapide Schwund bei den Einmalprämien kam zum Erliegen: Die Einnahmen durch Einmalerläge, die im selben Zeitraum des Vorjahres noch um fast 26 Prozent schrumpften, ließen heuer in den ersten drei Quartalen "nur" um 3,26 Prozent auf 573 Millionen Euro nach. Schwierig bleibt es hingegen weiter bei den viel gewichtigeren laufenden Lebensprämien, wo ein Minus von 2,65 Prozent auf knapp 3,54 Milliarden Euro zu Buche steht. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr, wo im Dreivierteljahr das Minus nur bei 1,29 Prozent lag.

Insgesamt kommt es aber zu einer Entschleunigung bei der Prämienschrumpfung im Lebensgeschäft. Das Minus am Gesamtmarkt bei den Lebensversicherungen liegt heuer bei 2,74 Prozent während es im selben Vorjahreszeitraum Minus 5,67 Prozent waren.

Leichtes Plus bei fonds- und indexgebundener Lebensversicherung
Bei den fonds- und indexgebundenen Lebensversicherungen sieht man bisher sogar ein leichtes Plus von knapp 1,3 Prozent auf gut eine Milliarde Euro nach einem deftigen Prämienminus von fast 7,8 Prozent im Jahr davor. Ausschlaggebend für das insgesamte Minus im Segment Leben war damit die konventionelle Lebensversicherung, die zwischen Jänner und Ende September um knapp vier Prozent auf fast 3,1 Milliarden Euro weiter nachließ. (eml)