Die Umsetzung der IDD-Vorgaben bereitete in den vergangenen Monaten vielen Versicherungsvermittlern Kopfzerbrechen, denn in der Praxis erzielt die EU-Richtlinie keineswegs nur die angestrebten positiven Effekte. Agenten, Makler und Vermögensberater berichten vor allem von einem Problem der Überinformation. Abschlüsse selbst einfacher Sachversicherungen verursachen enorme Papierberge.

Es geht nicht nur darum, all die benötigten Unterlagen vorzulegen und nötigenfalls unterschreiben zu lassen, im Anschluss müssen sie auch jahrelang so archiviert werden, dass sie bei Überprüfungen durch Behörden oder in Streitfällen mit den Kunden jederzeit zur Verfügung stehen.

In der IT liegt die Lösung
Die einzige Möglichkeit, dieser Administrationsflut Herr zu werden, sind spezielle IT-Lösungen. Für Einzelkämpfer und kleinere Unternehmen sind die entsprechenden Programme aber oftmals zu teuer. Für immer mehr Vermittler besteht der einzige Ausweg aus dieser Situation in einer Anbindung an größere Vereinigungen oder Strukturen.

Selbst für die großen Netzwerke ist es nicht einfach, alle notwendigen IDD-Vorgaben umzusetzen. Bei der Interessengemeinschaft österreichischer Versicherungsmakler (IGV Austria), der sich bereits 144 Mitgliedsbetriebe angeschlossen haben, stellt man seit Umsetzung der IDD-Richtlinie fest, dass der Markt spürbar in Bewegung geraten ist. IGV-Präsident Anton Brenninger beschreibt seine Wahrnehmung so: "Wir nehmen vor allem ein Hinterfragen der eigenen Geschäftsprozesse wahr. Dies bewirkt auch eine signifikante Zunahme des Interesses an IT-Prozessen und mehr elektronischer Datenverarbeitung.“ 

Auch Matthias Lindenhofer, Geschäftsführer von "Die Maklergruppe“, nimmt die Veränderungen war und wagt eine Prognose: "Wir denken, der Großteil der Einzelkämpfer wird in abseh barer Zeit vom Markt verschwinden. Die Situation der Versicherungsmakler ist unseres Erachtens derzeit vergleichbar mit jener der Lebensmitteleinzelhändlerin den 1980er- Jahren, die sich damals ebenfalls aufgrund des immer härter werdenden Marktes in größeren Einheiten zu organisieren begannen. Einzelkämpfer werden nur noch bei entsprechender Spezialisierung Chancen haben.“ (aem)


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