Viele Versicherungsunternehmen haben keine Strategie, die auf die Wiederveranlagung ausbezahlter Veträge abzielt. Das berichtet das "Versicherungsjournal" unter Bezugnahme auf eine Studie von 67Rockwell und Brand Science Institute.

Lebensversicherungskunden würden nach der Auszahlung nicht ausreichend unterstützt und beraten, heißt es in dem Bericht – mit der Konsequenz, dass nach Ende des Vertrags Gelder auf den Konten brachliegen. Damit geht den Versicherungen laut Berechnungen von 67Rockwell allein in Deutschland ein Geschäftspotenzial von 7,5 Milliarden Euro durch die Lappen – Geld, das in letzter Konsequenz an Wettbewerber verschenkt wird – vor allem an Banken und Asset Manager..

Gezielte Ansprache
Die Versicherungen könnten bei der Wiederveranlagung aus dem eigenen Bestand heraus wachsen, allerdings nur mit strukturierten Prozessvorgaben und einer gezielten Ansprache, die auf Kundenwünsche eingeht.

Die Untersuchung zeigte zum Beispiel das Problem auf, dass Vertriebsmitarbeiter höchst unterschiedlich vorgehen. Das liege daran, dass es für sie keine stringenten Vorgaben für den Prozessablauf oder die gezielte Kundenansprache gibt. Unabhängige Vermittler seien hingegen beim Thema Wiederanlage besser aufgestellt. Diese seien näher am Kunden und seinen Bedürfnissen dran. (eml)