Der IVVA macht darauf aufmerksam, dass vielen Versicherungsvermittlern die Pflichten nicht bewusst seien, die sich nach Einarbeitung der vierten Geldwäsche-Richtlinie aus der Gewerbeordnung ergeben. Dazu gehöre ein Risiko-Bewertungs-Fragebogen, in dem man das Risiko und die Anfälligkeit des eigenen Unternehmen beurteilen muss (die Ausfüllhilfe für den entsprechenden Erhebungsbogen finden Sie hier). Die Einhaltung werde vor Ort geprüft.

Während das nun noch verschärfte Prinzip "Know your customer" (Kenne Deinen Kunden/KYC) den meisten Betroffenen bereits ein Begriff ist, sei das Anlegen des Risiko-Bewertungs-Fragebogens über das eigene Unternehmen den Meisten noch gänzlich unbekannt, heißt es seitens des IVVA. Darin muss beurteilt werden, wo es eventuell Geldwäsche-Risiken gibt und wie hoch diese sind (Beurteilung Kunden; Länder, mit denen Geschäfte gemacht werden; Produkte/Dienstleistungen, Vertriebskanäle (etwa Online)). "Genau so ein Fragebogen ist den Aufsichtsbehörden vorzulegen und wird (nach Rückfragen von Versicherungsvermittlern) aktiv von den Gewerbebehörden verlangt", berichtet die Interessensvertretung.

Mindestens fünf Jahre aufheben
Dieser Fragebogen müsse ausgefüllt und unterschrieben zumindest fünf Jahre aufbewahrt werden und er sei aktuell zu halten. "Das gehört zu Ihren Pflichten aus der Gewerbeordnung und ist für Ihre Berufsausübung unerlässlich!", schreibt die IVVA.

Betroffen sind Versicherungsagenten und -makler mit Lebensversicherungen und anderen Anlageprodukten, Handelsgewerbetreibende, einschließlich Versteigerer mit Barzahlungen von mindestens 10.000 Euro, Immobilienmakler und Unternehmensberater mit bestimmten Geschäftstätigkeiten (zum Beispiel Gründung von Gesellschaften, Ausübung der Leitungs- oder Geschäftsführungsfunktion einer Gesellschaft, Bereitstellung eines Sitzes, Ausübung der Funktion eines Treuhänders).

Hintergrund ist laut der Aussendung die Umsetzung der 4. Geldwäsche-Richtlinie, mit der Österreich die Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG) zusammengefasst habe. Neben der eigenen Risikobeurteilung wurden anderem die Identifizierungs-  und Melderegeln verschärft, etwa wenn man ein Bankkonto oder Sparbuch eröffnet wird, wenn transferierte Beträge 15.000 Euro überschreiten oder wenn generell der Verdacht auf Geldwäsche besteht. (eml)

Service: Der Risikoerhebungsbogen für Versicherungsvermittler und eine Ausfüllhilfe stehen unter anderem bei der WKO zum Download.