Die österreichische Uniqa Insurance Group hat eine umfassende Anti-Kohle-Strategie präsentiert. Das Unternehmen versichert ab 2019 keine neuen Kohlekraftwerke und -minen mehr. Bestehende Verträge sollen nicht mehr verlängert werden. Mit Bestandskunden werden "Ausstiegsmöglichkeiten" bis 2025 gesucht, heißt es in einer Aussendung.

Zudem tätigt die Uniqa keine neuen Investitionen in Kohle. Per Ende Jänner 2019 war das eigene Veranlagungsportfolio frei von kohlebasierten Investments, heißt es weiter. Ausschließlich in der fondsgebundenen Lebensversicherung, wo den Kunden eine Auswahl an 50 extern gemanagten Fonds geboten wird, habe man keinen Einfluss auf die Karbon-Strategie, sagt ein Sprecher gegenüber FONDS professionell ONLINE.

Lob von Greenpeace
Erfreut zeigt sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace: "Alle Investments in kohlebasierte Unternehmen wurden verkauft – das betrifft Kapitalanlagen in der Höhe von 20 Milliarden Euro". Damit gehe das Unternehmen weiter als alle anderen Versicherungsunternehmen. Greenpeace-Österreich Sprecher Lukas Hammer, wertet das Engagement als "deutliches Signal an Politik und Industrie", dass Kohle ein Auslaufmodell ist. Er fordert die Mitbewerber auf, nachzuziehen. Kohle ist laut den Angaben für 46 Prozent des weltweiten Ausstoßes an dem klimaschädlichen Treibhausgas CO2 verantwortlich. Außerdem entstehen durch das Verbrennen von Kohle gesundheitsschädliche Luftschadstoffe.

Greenpeace lobt unter anderem auch, dass die Uniqa mit bestehenden Kunden, die keinen Plan für den Ausstieg aus dem Kohlegeschäft vorweisen, die Zusammenarbeit bis spätestens 2025 beendet. Außerdem werde die Versicherung keine Neukunden akzeptieren, die einen Kohleanteil von über 30 Prozent aufweisen, wenn diese keine Pläne zur Beendigung der Kohlenutzung vorweisen können, zeigt sich die Umweltschutzorganisation erfreut.

Risiko reduzieren
"Wir wollen das Risiko, das mit Kohlegeschäft langfristig verbunden ist, gemeinsam mit unseren Kunden reduzieren und damit zur Erreichung der Klimaziele beitragen", sagt der Uniqa Nachhaltigkeitsverantwortliche Andreas Rauter. Versichern sei per Definition nachhaltig. "Daher war der Schritt, aus der Finanzierung und dem Neugeschäft auszusteigen sowie das aktuell bestehende Geschäft mit Kohle schrittweise abzubauen, nur logisch", so Rauter.

Details zur Strategie wurden in einem "Statement on Decarbonisation" festgelegt. Verankert ist diese Selbstverpflichtung in der "UNIQA Richtlinie für Responsible Investments" sowie im "UNIQA Corporate Business Standard (Underwriting Policy)". (eml)