Die Uniqa Gruppe bekommt eine schlankere Struktur. Wie das Unternehmen Dienstagabend (19. November) mitteilte, sollen die drei großen Gesellschaften in Österreich, die börsenotierte Uniqa Insurance Group, die Uniqa Österreich und die Uniqa International, verschmolzen werden. Vorstand und Aufsichtsrat der Uniqa Insurance Group haben den Auftrag erteilt, eine Fusion zu prüfen.

Unia Österreich soll an der Spitze stehen
Geht der Merger durch, kommt das einer Aufwertung für die Uniqa Österreich AG gleich, die das operative Versicherungsgeschäft in Österreich bestreitet. Sie besitzt alle versicherungsaufsichtsrechtlich erforderlichen Konzessionen und dürfte damit aus heutiger Sicht die übernehmende Gesellschaft werden. In der aktuellen Konzernstruktur ist die Uniqa Österreich eine 100-Prozent-Tochter der börsenotierten Uniqa Insurance Group.

Die Börsenotierung wird laut Aussendung beibehalten. Die Beteiligungsverhältnisse sollen sich nicht ändern. Statt der Uniqa-Insurance-Group-Aktien soll eine Handelszulassung für  Aktien der Uniqa Österreich beantragt werden. Es werde eine ununterbrochene Zulassung der Uniqa-Aktien zum Handel gewährleistet, heißt es.

Beschluss im Mai ist das Ziel
"In Zeiten eines wirtschaftlich herausfordernden Umfelds und eines stärkeren Wettbewerbs wollen wir deutlich kundenorientierter, schlanker und effizienter werden", begründet Vorstandsvorsitzender Andreas Brandstetter den Schritt. Stimmen die Behörden dem Plan zu, könnte die Verschmelzung in der ordentlichen Hauptversammlung der Uniqa Group am 25. Mai 2020 beschlossen werden. Plan ist, dass die neue Struktur bis Ende September 2020 im Firmenbuch eingetragen ist.

Änderungen gibt es durch die Fusion auch im Vorstand. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder, die in den drei Gesellschaften seit 2016 bereits von 22 auf aktuell elf Personen reduziert wurde, umfasst in der neuen Gesellschaft nur noch neun Personen.

Die Neuerungen im Vorstand sind außerdem auch organisatorischer Natur. Aufgrund der sich rasch ändernden Bedürfnisse von Privat-, Gewerbe- und Industriekunden wird es im neuen Vorstand drei Bereiche für "Kunde & Markt" geben: "Österreich", "Bankvertrieb Österreich" sowie "International". Sie werden von sechs Vorstandsmitgliedern mit Gruppenfunktionen unterstützt, heißt es.

So setzt sich der künftige Vorstand zusammen:

  • Andreas Brandstetter (CEO), 50, seit 2011 CEO der Uniqa Group
  • Wolfgang Kindl (Kunde & Markt International), 53, seit 2011 CEO von Uniqa International
  • Peter Humer (Kunde & Markt Österreich), 48, seit 2009 Landesdirektor von Uniqa Salzburg und seit 2017 Mitglied des Vorstands von Uniqa Österreich
  • Klaus Pekarek (Kunde & Markt Bankvertrieb Österreich), 62, ab 2009 CEO der Raiffeisen Versicherungen AG und seit 2016 Mitglied des Vorstands von Uniqa Österreich
  • Peter Eichler (Personenversicherung), 58, seit 1998 Mitglied des Vorstands von Uniqa Österreich
  • Kurt Svoboda (Finanzen & Risikomanagement), 52, seit 2011 Mitglied des Vorstands der Uniqa Group und seit 2017 CEO von Uniqa Österreich
  • Wolf Gerlach (Operations), 40, seit 2012 Mitglied des Vorstands von Uniqa Rumänien und seit 2016 Mitglied des Vorstands von Uniqa Ungarn
  • Erik Leyers (Data & IT), 49, seit 2015 Mitglied des Vorstands von Uniqa Österreich und seit 2016 Mitglied des Vorstands der Uniqa Group
  • René Knapp (HR & Marke), 36, seit 2007 bei Uniqa und seit 2015 Head of Actuarial & Risk Management

Diese Vorstände scheiden mit Jahresende 2019 aus den bisherigen Funktionen aus, übernehmen aber laut den Angaben weiterhin leitende Funktionen im Konzern:

  • Sabine Usaty (derzeit Uniqa Österreich Versicherungen AG, Mitglied des Vorstands, Kunde & Markt)
  • Andreas Kößl, (derzeit Uniqa Österreich Vorstand Sachversicherung, Uniqa International, Vorstand Sachversicherung)
  • Zoran Visnjic (derzeit Uniqa International AG, Vorstand für Vertrieb (exklusive Bankenvertrieb)
  • Johannes Porak (derzeit Uniqa International AG, Mitglied des Vorstands, Vorstand Bankenvertrieb International)

Konzernergebnis: Wachstum außer bei Lebensversicherung
Den Umbau der Konzernstruktur verkündete die Uniqa gemeinsam mit dem Ergebnis für die ersten neun Monate des Jahres 2019. Demnach liegt das Vorsteuerergebnis bei 214,7 Millionen Euro, das ist ein Plus von 2,4 Prozent zum Jahr davor. Bereinigt um den einmaligen Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der Anteile an der Casinos Austria Aktiengesellschaft, liegt das Plus sogar bei 32,4 Prozent. 

Die verrechneten Prämien der Uniqa Group inklusive der Sparanteile der fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung stiegen um 1,3 Prozent auf 4.095,7 Millionen Euro. Mager entwickelten sich allerdings erneut die Lebensversicherungen. Hier sanken die verrechneten Prämien inklusive der Sparanteile der fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung in den ersten neun Monaten um insgesamt 3,7 Prozent auf 1.038,8 Millionen Euro. Der wesentliche Treiber dieser Entwicklung ist weiterhin die geringere Nachfrage, verursacht durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld. (eml)