Die Uniqa muss angesichts der Corona-Pandemie die Dividende für das sehr gute Geschäftsjahr 2019 deutlich reduzieren. Der bereits länger vorliegende Antrag zur Kürzung wurde am Montag von der Hauptversammlung angenommen: Es werden nur 18 Cent pro Aktie ausgeschüttet. Im Vorjahr waren es noch 53 Cent gewesen. Der Versicherungskonzern war in den vergangenen Jahren geschätzt für seine aktive Dividendenkultur. Ab 2012 steigerte die Uniqa jährlich ihre Ausschüttung. Damals waren es 25 Cent je Aktie.

Bewusster Schritt
Der Einschnitt ist bitter für die Investoren, dass es überhaupt eine Dividende gibt, ist allerdings nicht selbstverständlich. Schließlich haben die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA und die österreichische FMA im April sowohl den Versicherungen als auch den Banken nahegelegt auf Dividenden komplett zu verzichten, um die Kapitalbasis zu schonen. Die Uniqa schreibt in einer Aussendung, man habe die Auszahlung für 2019 sorgfältig abgewogen und sich aufgrund des sehr guten Ergebnisses im Geschäftsjahr 2019 gegen einen vollständigen Entfall entschieden. So liege etwa die Solvenzquote (SCR) zum Ende des ersten Quartals 2020 am oberen Ende der angestrebten Bandbreite von 155 bis 190 Prozent. Zum anderen sollen die institutionellen und privaten Aktionäre "auch in Zeiten von COVID-19 in angemessener Weise am erfreulichen Ergebnis des Geschäftsjahres 2019 beteiligt werden", heißt es.

Die Regulatoren haben mehrmals klargemacht, dass ihre Verzichtempfehlung, die für das aktuelle und das vergangene Jahr gilt, ernst genommen werden sollte. Wer komplett von den strengen Regeln abweicht, dürfe sich auch bei den Prüfungen der FMA keine große Flexibilität erwarten, stellte ein Sprecher gegenüber der Redaktion klar. Im großen und ganzen halten würden sich die Unternehmen aber daran halten, so der Sprecher.

Keine Dividende und keine Boni für 2020
Für das Geschäftsjahr 2020 plant die Uniqa, keine Dividende auszuschütten. Die Bonuszahlungen (STI) für den Vorstand für das Geschäftsjahr 2020 werden ebenso entfallen. Der Versicherungskonzern hat vor wenigen Tagen erstmals seit der Eurokrise 2011 ein negatives Quartalsergebnis verkündet. Zwar entwickelte sich das Versicherungsgeschäft positiv: Die Prämien wuchsen in der Krankenversicherung um 5,1 Prozent, bei Schaden- und Unfall um 3,7 Prozent und in der Lebensversicherung um 0,3 Prozent. Gleichzeitig gab es aber einen Rückgang der Erträge aus Kapitalanlagen um 11,7 Prozent auf 89,7 Millionen Euro aufgrund der Covid-19 bedingten Verwerfungen an den Kapitalmärkten. Die laufenden Betriebskosten stiegen außerdem um 16 Millionen Euro, wobei ein Großteil davon auf einmalige, vorgezogene Kosten für die bevorstehende Integration der AXA-Gesellschaften in Polen, Tschechien und der Slowakei entfielen. (eml)