Die Versicherungsunternehmen in Österreich haben ihre Ausstattung mit Eigenmitteln weiter verbessert und somit ihre Risiken noch besser abgesichert. Das geht aus der aktuellen Überprüfung der Jahresberichte über Solvabilität und Finanzlage durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) hervor.

Die Eigenmittel der 37 in Österreich konzessionierten Versicherungen betrugen demnach per Jahresende 2017 im Mittelwert 251,5 Prozent der von der Aufsicht geforderten Solvenzkapitalanforderung. Im Jahresvergleich bedeutet das eine Verbesserung um satte 14 Prozentpunkte (2016: 237 Prozent). Der österreichische Versicherungssektor liegt damit deutlich über dem europäischen Mittelwert von 214 Prozent.

Alle 37 Anbieter erfüllen ihre Solvenzkapitalanforderung zu mindestens 100 Prozent, berichtet die FMA weiter. 31 Unternehmen verfügten sogar über eine Quote von mehr als 200 Prozent, weitere fünf Unternehmen lagen über 150 Prozent und lediglich ein Unternehmen lag mit 142,3 Prozent unter dieser Schwelle. 21 Unternehmen konnten dabei eine höhere Quote als im Vorjahr ausweisen, 16 lagen hingegen darunter.

Kleiner Haken bei der Berechnung
Allerdings gibt es bei der Berechnung der Solvenzkapitalquoten auch einen Haken, räumt die FMA ein. Diese werden seit 2016 nach dem europäischen Regelwerk Solvency II ausgewiesen. Dabei gelten bis ins Jahr 2032 diverse Übergangsmaßnahmen für die Berechnung der Eigenmittelausstattung. Das erlaubt Unternehmen, statt der einheitlichen Standardformel interne Modelle anzuwenden. Die internen Modelle müssen allerdings von der FMA vorab genehmigt werden.

Gegenwärtig ermitteln vier Versicherungen in Österreich ihre Solvenzkapitalquoten auf Basis eines partiellen und zwei weitere auf Basis eines vollen internen Modells. 17 Unternehmen nehmen Übergangs- oder sonstige Maßnahmen für langfristige Verpflichtungen in Anspruch.

Ohne Übergangsmaßnahmen würde die Quote sinken
Eine hypothetische Berechnung der Bedeckung, unter Herausrechnung der Maßnahmen für langfristige Verpflichtungen, führt daher zu einer Quote von 235,2 Prozent. Das Minus von 16 Prozentpunkten sei von einigen wenigen Unternehmen getrieben, so die Behörde weiter. Deren Eigenmittelausstattung würde die FMA aber besonders genau beobachten.

Zahlen der Europäischen Regulierungsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) würden aber zeigen, dass die Bedeckungsquoten am österreichischen Markt noch immer deutlich weniger von solchen Modellrechnungen abhängig sind als der europäische Gesamtmarkt. (cf)