Die Zinsen sinken und sinken. Doch wie wirkt sich das konkret auf die Anlageergebnisse von Privathaushalten in Deutschland aus? Darauf geht der deutsche Fondsverband BVI in seinem jüngst veröffentlichten Jahrbuch 2019 ein. Der Verband stützt sich dabei auf Auswertungen der Deutschen Bundesbank, denen zufolge die um die Inflation bereinigte jährliche Rendite in den letzten Siebenjahreszeiträumen deutlich gesunken ist.

Während bundesrepublikanische Privatanleger mit ihrem Geldvermögen in den Jahren 1996 bis 2003 eine jährliche Rendite von durchschnittlich 3,9 Prozent erwirtschafteten, sank sie in den darauffolgenden sieben Jahren auf im Schnitt 2,2 Prozent. "Seit 2010 erzielten die privaten Haushalte mit ihrem Geldvermögen nur noch 1,5 Prozent realen Zuwachs pro Jahr", berichtet der BVI. "Im ersten Quartal 2018 drehte die reale Rendite sogar erstmals ins Negative – Anleger verloren also an Kaufkraft."
 

Reale jährliche Rendite der privaten Haushalte in Deutschland

Grafik: BVI, Quelle: Deutsche Bundesbank


Doch dieser Kaufkraftverlust sei keinesfalls zwangsläufig, betont der Verband. Das zeige die zum Teil sehr gute Wertentwicklung von Aktien und Investmentfonds (siehe Grafik). "Damit konnten Anleger in den letzten sieben Jahren durchschnittlich 9,7 Prozent beziehungsweise 4,1 Prozent per annum erzielen." Auch mit Anleihen und Versicherungen schnitten Privatanleger in diesem Zeitraum zumindest knapp im Plus ab. Mit Bargeld und Einlagen standen sie nach Abzug der Teuerungsrate dagegen auf der Verliererseite. (bm)


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