Im Zuge der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD, die ab 1. Oktober 2018 anzuwenden ist, sind komplett neue Standards im Versicherungsvertrieb einzuhalten. Vielfach werden sich Versicherer und Vermittler wohl herantasten müssen an das was im Detail erlaubt ist und was nicht. Zum Beispiel gibt es zu den guten oder schlechten Vergütungsszenarien (noch) keine Verordnung der FMA. Die Behörde will hier einmal schauen, wie die Branche die Vorgaben der Europpäischen Union (EU) anwendet. Anders hingegen bei den neuen Informationspflichten: Diese Woche wurde die "Lebensversicherungs-informationspflichtenverordnung 2018" (LV-InfoV 2018) der FMA im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Sie ersetzt die alte Verordnung aus dem Jahr 2015.

LIPID – Standardformular für Risikolebensversicherung
Neu ist zum Beispiel, dass es erstmals ein standardisiertes Format für das Informationsblatt zur Risikolebensversicherungsprodukten gibt (LIPID). Diese Vorschriften werden in Abschnitt sieben geregelt. Anlage 3 im Bundesgesetzblatt zeigt, wie die Standardinfo genau aussieht.

Die Verordnung konkretisiert besonders in den Abschnitten drei bis sechs, wie die neuen Informationspflichten in jedem einzelnen Lebensversicherungssegment auszusehen haben: 3. Abschnitt klassische Lebensversicherung, 4. Abschnitt kapitalanlageorientierte Lebensversicherung, 5. Abschnitt fonds- und indexgebundene Lebensversicherung, 6. Abschnitt prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge.

Kostenaufschlüsselung neu ab 2020
Eine wesentliche Veränderung scheint aber auf später verschoben worden zu sein. Die LV-InfoV 2018 bringt zwar eine deutliche Änderung bei der vorvertraglichen Darstellung der Kosten und deren Auswirkungen auf die Anlagerendite. Aber: Die Anlage 1, in der die drei dafür erforderlichen Tabellen ersichtlich sind, tritt erst mit 1. Jänner 2020 in Kraft.

In den drei Tabellen muss dem Versicherungsnehmer erstens dargelegt werden, wie die bezahlte Prämie sich aufteilt (Sparbetrag, Steuer, Risikoprämie, Kosten). Zweitens werden auch die nicht in die Prämie einkalkulierten Kosten und Risikoprämien aufgelistet, drittens ist eine Tabelle auszufüllen, die in drei Szenarien zeigt, wie die Gesamtkosten die Anlagerendite schmälern. Das soll es dem Anleger erleichtern, den Einfluss der Kosten auf seinen Anlageerfolg zu verstehen und beurteilen zu können. (eml)