Munich Re hat sich selbst eine Frist bis zum 1. April gesetzt, um Investitionen in neue Öl- und Gasfelder und deren Versicherung zu stoppen, wie der Rückversicherer am Donnerstag mitgeteilt hat. Dabei geht es um Felder, auf denen bis zum Ende dieses Jahres noch nicht mit der Förderung begonnen wurde. Die Entscheidung gilt auch für neue Infrastruktur im Bereich des Ferntransports und der Speicherung von Öl (Midstream) und für neue mit Öl betriebene Kraftwerke.

Munich Re gehört zu den großen Versicherungskonzernen, die der Net-Zero Insurance Alliance beigetreten sind und sich verpflichtet haben, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Damit wollen die Unternehmen ihre Aktivitäten auf einen Pfad ausrichten, der die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzt. Mehrere Unterzeichner der Initiative, darunter Axa, Allianz und Swiss Re, haben Beschränkungen für Öl- und Gasgeschäfte eingeführt.

Verlierer des Klimawandels
Versicherer und Rückversicherer gehören zu den größten Verlierern des Klimawandels, da steigende globale Temperaturen Naturkatastrophen von Waldbränden bis hin zu Überschwemmungen verschlimmern und dadurch Versicherungsschäden in Milliardenhöhe verursachen.

Ebenfalls ab April will die Munich Re neue Direktinvestitionen in reine Öl- und Gasunternehmen stoppen. Ab 2025 wird der Konzern "eine glaubwürdige Verpflichtung" zu Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 von Unternehmen verlangen, in die er investiert – einschließlich entsprechender kurz- und mittelfristiger "Etappenziele". (mb/Bloomberg)