Wie die Tageszeitung "Kurier" berichtet, hat das Marktamt eine hohe Zahl an gravierenden Verstößen bei Wiener Versicherungsvermittlern festgestellt. Im September und Oktober wurden insgesamt 70 Betriebe nach einer rein zufälligen Auswahl kontrolliert. Bei 19 wurde ein Vergehen gegen die Gewerbeordnung festgestellt und daher Anzeigen erstattet. Laut "Kurier" sind die Vergehen mit empfindlichen Strafen von bis zu 20.000 Euro bedroht.

Demnach wurden etwa vorgeschriebene Fortbildungen nicht absolviert, verpflichtende Beratungsprotokolle fehlten, und in anderen Fällen wurde die notwendige Prüfung unterlassen, ob das Versicherungsprodukt dem Wunsch und Bedürfnis der Kunden entspricht.

Marktamt sieht aufgrund hoher Quote genauer hin
Marktamtssprecher Alexander Hengl zeigte sich gegenüber der Zeitung wenig erfreut. Die hohe Beanstandungsrate sei  "ein Wahnsinn", so Hengl, der darauf verwies, dass es sich um Betriebe handelt, die im sensiblen Bereich der langfristigen Investments der Bürger tätig sind. Die Branche werde weiter überprüft.

Das VersicherungsJournal berichtet, dass die meisten Verstöße – nämlich zwölf – bei Versicherungsagenturen festgestellt wurden. Sechs Beanstandungen gab es bei Versicherungsmaklern und eine bei einem Vermögensberater. Die Standesvertreter von Versicherungsagenten und –maklern wiesen gegenüber dem Medium darauf hin, dass man die Mitglieder regelmäßig informiere, aber es letztendlich bei der Umsetzung auf die Eigeninitiative der Vermittler ankomme. Marktamtssprecher Hengl will dem Bericht zufolge als Reaktion Gespräche zu dem Thema mit der Wirtschaftskammer führen. (eml)