Der 30. November ist Stichtag für wechselwillige Kunden in der Kfz-Versicherung. "Untreue" könnte aktuell mehr lohnen als früher, da viele Anbieter 2020 die Beiträge vor allem für Bestandskunden erhöhen werden, Neukunden indes häufig deutlich preiswertere Absicherungspakete bekommen (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Der Tarif allein ist jedoch nicht alles. "Entscheidend bleibt das Preis-Leistungsverhältnis", weiß Alexander Kirschweng (Bild), Inhaber des Versicherungsmaklers Seves in Trier. Hilfe bei der Einschätzung, wie gut die Bedingungen de facto sind, bietet sowohl das neue Tarif-Rating von Franke und Bornberg als auch das Kfz-Versicherer-Unternehmensrating vom Map-Report, der seit 2019 ebenfalls von Franke und Bornberg herausgegeben wird (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Angebot für Führerscheinneulinge ohne eigenen Wagen
Auf dieser Basis hat Kirschweng den Markt recherchiert und dabei speziell Angebote für Fahranfänger unter die Lupe genommen. "Ich wollte für meine Kunden beziehungsweise deren Kinder im Alter von 18 bis 23 ein besonderes Angebot herausfinden, das preislich deutlich günstiger kommt als die üblichen sehr teuren Policen für Fahranfänger", erklärt Kirschweng im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE seine Beweggründe.

Ergebnis: "Derzeit offerieren nach meinen Recherchen vier Versicherer Fahranfängern einen eigenen Vertrag ohne Kfz", berichtet der Makler: Das sind die Axa, R+V-Gruppe, BGV-Versicherung und Generali Deutschland Versicherung (ehemals Aachen-Münchener Versicherung). Die Generali Versicherung arbeitet nicht mit Maklern zusammen, sondern lässt ausschließlich die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) als Vertriebspartner zu (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Daher prüft Kirschweng individuell und exklusiv für seine Kunden, ob sich ein Wechsel zur Axa, BGV oder R+V-Gruppe (inklusive Condor und Kravag) in der Kfz-Versicherung lohnt. "Diese Gesellschaften bieten Führerscheinneulingen für rund 289 bis 329 Euro Jahresbeitrag einen eigenen Vertrag ohne Kfz an", so der Makler.

Viel günstiger als über Zweitwagentarif der Eltern
In der preisgünstigen Variante könnten die Junioren dann alle Fahrzeuge fahren, die die Familie bei einem der beiden Anbieter versichert hat. In der teureren Variante, die bis zu 329 Euro kostet, könnten die Anfänger sogar alle in Deutschland bei diesem Anbieter versicherten Pkw fahren, also auch von Freunden (Ausnahme: Sondereinstufungen oder spezielle Fahrzeuge), und das ohne die sonst übliche Zweitwagenregelung. Die Umstellung lohne in vielen Fällen. Fahrer in diesem Alter zahlen in der Regel einen sehr hohen Aufschlag – ob ohne oder mit eigenem Pkw beziehungsweise im Zweitwagentarif der Eltern.

"Die Aufschläge können mehrere hundert Euro je Fahrzeug betragen", so Kirschweng. Sein Lösungsangebot hat er in der eigenen Familie mit der gerade 18 Jahre alt gewordenen Tochter ausprobiert und wird 2020 bei Nutzung von zwei Autos letztlich 400 Euro pro Jahr günstiger fahren – wobei die Tochter die beiden elterlichen Autos selbst steuern darf. Mit eine eigenen Wagen wäre der relative Preisvorteil für die Tochter sogar noch höher, hat der Makler errechnet.

"Ab zwei Fahrzeugen lohnt der Wechsel so gut wie immer", hat Kirschweng beobachtet. Er prüft den Wechsel kurzfristig auf Anfrage, wenn ihm Stammkunden wichtige Unterlagen wie Kennzeichen, Versicherung, Kopie des Führer- und des Kfz-Scheins sowie Anschrift samt Geburtsdatum zumailen.

Unter Maklern kaum bekannt?
"Ich habe das Angebot auch im Kreis von Maklerkollegen vorgestellt, von denen bislang keiner etwas zu diesem Thema wusste", erklärte Kirschweng auf Nachfrage. Er empfiehlt anderen Maklern, jetzt kurzfristig ihren Kundenkreis daraufhin zu prüfen, ob junge Erwachsene darunter sind, und dann die Kunden auf ein solches Angebot gezielt nzusprechen, dass viel preiswerter kommt als traditioneller Versicherungsschutz für Fahranfänger.

"Wer das als Makler nicht tut, setzt sich unnötig Haftungsrisiken aus und verschenkt eine einfache Möglichkeit, beim Kunden mit Fachkompetenz und der Chance zum Geldsparen zu glänzen", so Kirschweng. Jeder Verbraucher, der im Familienkreis einen Fahrer zwischen 18 und 23 hat oder 2020 haben wird, sollte sich dazu an seinen Berater wenden, rät Kirschweng. Ein Elternteil müsste zwingend sein Kfz bei einer der genannten Gesellschaften versichert haben. (dpo)