Die FWU Austria hat beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum einen Antrag auf eine neue Wortbildmarke gestellt. Beantragt wurde der Name "Austrion Life Insurance" mit einer begleitenden zwölfgliedrigen roten Blüte.


Bei diesem Artikel handelt es sich um den ersten Bericht der Redaktion zu den Änderungen bei FWU. Die aktuellsten Informationen lesen Sie hier.


Die österreichische Versicherung steht nach der Pleite ihrer Mutter, der deutschen Holding FWU AG, zum Verkauf. Vergangene Woche sagte ein Sprecher des Masseverwalters Ivo-Meinert Willrodt von der deutschen Rechtsanwaltskanzlei Pluta zur Redaktion: "Da die am Prozess beteiligten Parteien Verschwiegenheit vereinbart haben, kann der Insolvenzverwalter zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Stellungnahme abgeben." Im Frühjahr hatte Willrodt betont, man befinde sich "in fortgeschrittenen Verhandlungen". 

Fondsgebundene Lebensversicherungen
Die FWU Austria AG, die von der österreichischen FMA beaufsichtigt wird, ist ausschließlich im Geschäft mit fondsgebundenen Lebensversicherungen tätig. Rund 38.000 Verträge, überwiegend von österreichischen, aber auch von italienischen Kunden, befinden sich im Bestand. Das Fondsvolumen lag zur Jahreshälfte 2024 bei rund 880 Millionen Euro.

Die überschuldete Holding FWU AG mit Sitz im bayerischen Grünwald hatte am 19. Juli 2024 Insolvenz beim Amtsgericht München angemeldet. Sie vereint unter ihrem Dach die Auslandsgesellschaften, ist selbst aber kein Versicherungsunternehmen und wird daher auch nicht von der deutschen Bafin beaufsichtigt.

Die FWU-Gruppenaufsicht liegt bei der Luxemburger Versicherungsaufsicht CAA (Commissariat aux Assurances): Zu den Auslandstöchtern der FWU AG gehört neben der österreichischen FWU Life Insurance Austria AG noch die eigenständige Lebensversicherung FWU Life Insurance Lux S.A. mit Sitz in Luxemburg (FLL). Die FLL befindet sich – im Unterschied zur weiterhin operativ tätigen österreichischen FWU Austria – in Abwicklung.

Keine größeren Vermögen vorhanden
Nicht bekannt ist momentan, ob ein möglicher FWU-Austria-Verkauf etwas an der tristen Lage der Holding-Gläubiger ändern würde. Ende Februar hat der Insolvenzverwalter der deutschen FWU AG voraussichtliche Masseunzulänglichkeit angemeldet. Das bedeutet, dass das vorhandene Vermögen aller Wahrscheinlichkeit nach gerade einmal ausreicht, um die Kosten des Insolvenzverfahrens abzudecken (für Gericht und Vergütung von Insolvenzverwalter und Mitgliedern des Gläubigerausschusses). Eine Quotenausschüttung für angemeldete Forderungen gibt es bei Masseunzulänglichkeit nicht. (eml)