Am 11. Juni ist es so weit. Nach einer Verschiebung um ein Jahr aufgrund der Corona-Pandemie beginnt die Fußball-EM. Ob man das Event in voller Länge genießen kann, hängt zum Teil auch von besonderer Obacht im Alltag ab, wie ein Blick auf die Versicherungsstatistik zeigt.

Die Wiener Städtische hat in einer Analyse der vergangenen 20 Jahre festgestellt, dass es während Fußball-Großereignissen durchschnittlich um acht Prozent mehr Unfälle im Vergleich zu "Normalzeiten" gibt. "Vor allem in der Kasko-Versicherung verzeichnen wir während einer EM oder WM mit durchschnittlich elf Prozent mehr Kfz-Schäden eine deutliche Steigerung. Konzentrationsmängel und Unachtsamkeit beim Autofahren und die dadurch resultierenden Risikosituationen sind die wesentlichen Treiber", sagt Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung. Österreichweit registriert die Versicherung pro Spieltag durchschnittlich 290 Kfz-Schäden.

Noch mehr Schäden bei Österreich-Teilnahme
Noch höher sind die Unfallzahlen, wenn das österreichische Team die Teilnahme am Bewerb geschafft hat. Während der letzten Fußball-EM 2016 in Frankreich gab es – auch aufgrund der Teilnahme Österreichs – rund 8.400 Kfz-Schäden. Das seien um über 16 Prozent mehr als während der EM 2012 in der Ukraine, wo Österreich nicht dabei war. Zwei Drittel aller Kfz-Unfälle während großer Fußballereignisse gehen auf das Konto von Männern. Das ist allerdings kein Unterschied zu sonst.

Nicht ohne ist auch das erhöhte Risiko, als Fußballfan Opfer eines Einbruchs zu werden. Während Fußball-Welt- und Europameisterschaften steigt die Anzahl der Einbrüche üblicherweise um mehr als zehn Prozent an. Public Viewings und Fußballpartys sorgen zu Spielzeiten für leerstehende Häuser und Wohnungen und stellen ein verlockendes Angebot für Einbrecher dar. Die Gefahr dürfte diesmal aufgrund der Corona-Pandemie und nur bedingt erlaubter Events geringer sein. (eml)