Der Düsseldorfer Versicherungskonzern Ergo plant ein Joint Venture mit dem sechstgrößten chinesischen Autohersteller Great Wall Motors (GWM). Die Unternehmen haben sich bereits geeinigt und unterzeichnen am Montag (29. Oktober) eine Absichtserklärung, berichtet das Handelsblatt. Dabei handelt es sich um den ersten Deal dieser Art in Deutschland. Die Munich-Re-Tochter soll den GWM-Kunden bereits im ersten Quartal 2020 Kfz-Policen anbieten. Außerdem will der Versicherer neue Mobilitätslösungen für den chinesischen Markt mitentwickeln. 

Ergo bietet in China über die 2017 gegründete Tochter "Ergo Mobility Solutions" bereits Lebensversicherungen an und zielt nun insbesondere auf Automobilhersteller und Fahrzeughändler. Der chinesische Kfz-Markt ist der größte der Welt – im vergangenen Jahr haben Hersteller dort 22 Millionen Neuwagen verkauft, eine Million davon über die GWM-Autohäuser. Ergo will an den rund 1.000 Standorten des Partners auch Industrieversicherungen sowie Gewerbe- und Privatversicherungen für die Händler und Mitarbeiter von GWM anbieten. 

Chancen in China
Chinesen schließen mehr als 80 Prozent aller Neuwagen-Versicherungen direkt beim Kauf im Autohaus ab, erheblich mehr als in Deutschland, wo es diese Art der Kooperation zwischen Versicherern und Autohändlern ebenfalls gibt. Auch andere europäische Großversicherer wie Allianz und Axa hatten sich bereits auf den chinesischen Wachstumsmarkt vorgewagt. Nicht zuletzt, weil die chinesische Regierung die Beschränkung für ausländische Investoren gelockert hat. (fp)