Dürre verursacht Milliardenschaden: Wer das Risiko trägt
Die Dürre verursacht in Österreichs Landwirtschaft heuer bereits Schäden von einer Milliarde Euro. Die Rekordsumme rückt auch die finanzielle Absicherung in den Fokus: Mehr als die Hälfte der Versicherungsprämien für Wetterrisiken übernimmt die öffentliche Hand.
Die anhaltende Trockenheit hinterlässt in Österreichs Landwirtschaft Schäden in bislang ungekanntem Ausmaß. Allein die Dürre habe heuer bereits einen Gesamtschaden von einer Milliarde Euro verursacht, teilte die Österreichische Hagelversicherung am Montag (10.8.) mit. Weitere 80 Millionen Euro entfallen auf Frost, Hagel, Sturm und Überschwemmungen.
Damit fällt die bisherige Schadensbilanz 2026 außergewöhnlich hoch aus. Zum Vergleich: 2025 bezifferte die Hagelversicherung die gesamten Schäden in der Landwirtschaft auf 110 Millionen Euro, 2024 waren es 260 Millionen und 2023 rund 250 Millionen Euro.

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Staat übernimmt mehr als die Hälfte der Versicherungsprämie
Die Rekordschäden rücken zugleich die Frage in den Fokus, wie solche Wetterrisiken finanziell abgesichert werden. Österreich setzt in der Landwirtschaft bereits seit Jahren auf ein öffentlich-privates Versicherungsmodell. Für Versicherungen gegen Wetterrisiken wie Hagel, Frost, Dürre, Sturm oder starke und anhaltende Regenfälle werden 55 Prozent der Versicherungsprämie von der öffentlichen Hand übernommen.
Bund und Länder teilen sich diese Förderung zu gleichen Teilen. Damit entfallen rechnerisch jeweils 27,5 Prozent der Prämie auf Bund und Land, während die landwirtschaftlichen Betriebe 45 Prozent selbst tragen. Ziel des Modells ist es, die Eigenvorsorge der Betriebe zu fördern, statt Schäden nach Naturkatastrophen ausschließlich über staatliche Hilfszahlungen abzufedern.
Die öffentlichen Ausgaben dafür sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach Angaben des Budgetdienstes des Parlaments erhöhten sich allein die Auszahlungen des Bundes für die Hagelversicherungsförderung von 44 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 74 Millionen Euro 2024. Da die Länder grundsätzlich einen gleich hohen Anteil beisteuern, ergibt sich daraus für 2024 rechnerisch eine öffentliche Förderung von rund 148 Millionen Euro.
Vier von fünf Ackerflächen gegen Dürre versichert
Die Quote der Versicherten ist mittlerweile hoch, allerdings nicht überall gleichermaßen: Nach Angaben der Hagelversicherung sind rund 80 Prozent der österreichischen Ackerflächen gegen Dürre versichert, bei Grünland sind es dagegen lediglich rund 40 Prozent. Versicherte Betriebe haben im Schadenfall einen vertraglichen Anspruch auf Entschädigung.
Dabei ist der in der aktuellen Bilanz ausgewiesene Gesamtschaden von einer Milliarde Euro nicht mit den tatsächlichen Versicherungsleistungen gleichzusetzen. Ein Teil der betroffenen Flächen ist nicht gegen Dürre versichert; eine aktuelle Summe der erwarteten Entschädigungszahlungen nennt die Hagelversicherung bislang nicht.
Rückversicherer übernehmen einen Teil des Risikos
Die Risiken verbleiben zudem nicht vollständig bei der Österreichischen Hagelversicherung. Das Unternehmen verweist auf die geografische Risikostreuung über Österreich und sechs weitere Märkte in Mittel- und Osteuropa sowie auf eine starke Rückversicherung. (cf)















