Weil Ralph Müller, der bisherige Vorstandsvorsitzende der Donau Versicherung, im Jahr 2021 Chef der VIG-Tochter Wiener Städtische wird, wurde Anfang des Jahres seine Nachfolge geregelt. Mit Judit Havasi steht nunmehr wieder eine Frau an der Spitze der fünftgrößten heimischen Versicherung. Die gebürtige Ungarin blickt auf eine langjährige Karriere im VIG-Konzern zurück: Seit dem Jahr 2009 war sie Mitglied des Vorstandes der Wiener Städtischen, und ab dem Jahr 2016 fungierte sie als Vorstandsmitglied der Vienna Insurance Group. In ihrer neuen Position hat es sich die studierte Juristin zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung bei der 1867 gegründeten Versicherungsgesellschaft weiter voranzutreiben. 


Einige Zitate aus dem Interview mit Judit Havasi finden Leser in der Bilderstrecke oben. Das komplette Interview gibt’s zum Nachlesen in der aktuellen Magazin-Ausgabe 1/2020 von FONDS professionell und hier im E-Magazin (Anmeldung erforderlich).


Mit ihren neun Landesdirektionen und 80 Geschäftsstellen verfügt die Donau laut Havasi über eine ausgezeichnete Regionalstrategie. Diese soll künftig noch stärker durch die Digitalisierung unterstützt werden. "Etwa indem wir in Zukunft mit unseren Landesdirektionen, aber auch mit unseren Kunden noch schneller, transparenter und kostenschonender kommunizieren können. Natürlich gibt es hier bereits Möglichkeiten wie das elektronische Postfach 'MyDonau', über das Onlineservice für Donau-Kunden können diese bereits sehr viele Informationen abrufen beziehungsweise an uns weitergeben. Es gilt allerdings, auch diese bereits vorhandenen Möglichkeiten stärker zu präsentieren. Etwa die elektronische Zustellung von Polizzen, oder auch die digitale Schadenbearbeitung. Bei Letzterer können wir heute bereits den gesamten Prozess digital abwickeln. Allerdings treten viele Kunden noch analog an uns heran, daher wollen wir ihnen unsere bereits vorhandenen digitalen Möglichkeiten näherbringen", erklärt die neue Donau-Chefin. 

Verträge können digital unterschrieben werden
In der Praxis werden den Vermittlern bereits  entsprechenden Tools zu Verfügung gestellt. In vielen Bereichen ist daher bereits eine völlig digitale Abwicklung  möglich. "Das bedeutet, der Kunde kann die Verträge auch digital unterschreiben", so Havasi. Um neue digitale Lösungen zu entwickeln beteiligt sich die Donau an den Möglichkeiten, die über die VIG-Gruppe geboten werden. "So sehen wir über die Kommunikation innerhalb der Gruppe auch anhand von Best-Practice-Beispielen, was in anderen Ländern auf dieser Ebene passiert, und entscheiden dann, ob wir die Lösungen nutzen wollen", beschreibt die neue Donau-Chefin die Situation. 

Onlinevertrieb
Ein für Vermittler heikles Thema im Zusammenhang mit der Digitalisierung ist der Direktvertrieb über Onlinekanäle. Aus Sicht der Donau Versicherung brauchen sich die Vermittler davor allerdings nicht fürchten. So erklärt die Generaldirektorin, dass man sich ganz klar zu den beiden Vertriebskanälen, das ist zum einen der Außendienst und zum anderen der Maklervertrieb bekennt. "Alle Entwicklungen in Richtung Onlinevertrieb müssten aus meiner Sicht mit diesen abgestimmt werden. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Produkte auch immer noch sehr beratungsintensiv. ­Gerade im Bereich der Bedarfsanalyse wird persönliche Beratung auch in Zukunft noch der Schlüssel zum Erfolg sein", so Havasi. (gp)