Die Privathaushalte in Deutschland haben im vergangenen Jahr unter dem Strich 109,6 Milliarden Euro in Investmentfonds investiert. Damit floss erstmals mehr Geld zur Vermögensbildung in Fonds als in Versicherungen. Das geht aus einer Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hervor, die auf Daten der Bundesbank basiert (siehe Grafik).

Der BVR erwartet, dass auch 2022 viel Geld in Wertpapiere fließen wird, auch wenn der Rekordwert aus dem vergangenen Jahr nicht wieder erreicht werden dürfte. "Aktien und Investmentfonds bieten gegenwärtig einen besseren Schutz vor Inflation als festverzinsliche Geldanlagen. Die von der Geldpolitik in Aussicht gestellte Zinswende dürfte aber perspektivisch auch Bankeinlagen und das Versicherungssparen wieder attraktiver machen", sagt BVR-Vorstand Andreas Martin.

Gut jeder vierte Euro steckt in Wertpapieren
Im vergangenen Jahr bildeten die deutschen Privathaushalte insgesamt 378,4 Milliarden Euro Geldvermögen. "Diese historisch hohe Summe wurde wie im Vorjahr von den Konsumeinschränkungen durch die Corona-Maßnahmen getrieben", erläutert der Verband. 134,7 Milliarden Euro dieser Summe flossen in Wertpapiere, zu denen neben den Investmentfonds auch Aktien und Anleihen zählen. Das entspricht 35,6 Prozent des gesamten neu gebildeten Geldvermögens. Auf Versicherungen entfielen 25,1 Prozent, auf Bankeinlagen 38,8 Prozent.

Das gesamte Geldvermögen der privaten Haushalte, zu denen laut Statistik auch Organisationen wie Vereine, Gewerkschaften oder Kirchen zählen, belief sich Ende 2021 auf 7.833,6 Milliarden Euro. Demgegenüber standen Verbindlichkeiten in Höhe von 2.060,6 Milliarden. "Das Nettogeldvermögen eines durchschnittlichen privaten Haushalts belief sich damit auf 141.900 Euro, wovon durchschnittlich 39,2 Prozent bei Banken, 32,9 Prozent in Versicherungen und 27,6 Prozent in Wertpapieren angelegt sind", rechnen die Studienautoren vor. (bm)