Noch nie sind die versicherten Schäden aus Naturereignissen wie Hochwasser, schweren Gewittern und Waldbränden so hoch ausgefallen wie im vergangenen Jahr. Das geht aus einer am Dienstag (13.1.) veröffentlichten Studie von Munich Re hervor. Demnach beliefen sich die versicherten Schäden aus sogenannten Non-Peak-Perils, auch als Sekundärrisiken bezeichnet, auf den Rekordwert von 98 Milliarden US-Dollar. Munich Re sprach von einem "Alarmzeichen".

Werden auch Peak-Perils wie Hurrikane und Erdbeben berücksichtigt, verursachten Naturkatastrophen im vergangenen Jahr insgesamt 108 Milliarden US-Dollar an versicherten Schäden, zeigen die Daten des Rückversicherers.

Klimawandel verstärkt Häufigkeit und Intensität
"Non-Peak-Perils werden in vielen Teilen der Welt immer heftiger und häufiger", sagte Tobias Grimm, Chefklimatologe von Munich Re, im Interview mit "Bloomberg News". "Studien zeigen, dass der Klimawandel bei dieser Entwicklung eine zunehmende Rolle spielt."

Die im Januar aufgetretenen Waldbrände in Los Angeles waren laut Munich Re die mit Abstand kostspieligste Naturkatastrophe des Jahres 2025. Weitere schwere Sekundärereignisse waren Gewitter in zentralen und südlichen US-Bundesstaaten im März sowie Brände in Spanien im August.

Zweitwärmstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen
Nach Daten des Copernicus Climate Change Service dürfte das vergangene Jahr – gemeinsam mit 2023 – das zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen sein. Das heißeste Jahr war demnach 2024. "Der Planet hat Fieber. Die Temperaturen steigen. Dürren dauern länger an, wodurch beispielsweise das Risiko von Waldbränden steigt", sagte Grimm.

Versicherer investieren in bessere Risikomodelle
Munich Re und andere Versicherer haben laut Grimm stark in neue Risikomodelle investiert, um Non-Peak-Perils besser bewerten zu können. Diese funktionierten bereits sehr gut bei Waldbränden und Überschwemmungen. "Bei Extremwetterereignissen wie Hagel und Tornados ist die Modellierung etwas anspruchsvoller, da es sich um sehr lokal begrenzte Phänomene handelt", erklärte er.

Die Absicherung gegen Naturkatastrophen bleibt für Munich Re ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. "Es besteht ein starker Wille, in diesem Bereich weiter zu wachsen, sofern risikobasierte Tarifierung möglich ist", sagte Grimm. (mb/Bloomberg)