Erneuerung eines heiß umstrittenen Vertrags: Die Versicherungsmakler und -agenten müssen, so wird es gesetzlich angeordnet, seit 2005 eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (VSH) abschließen. Im Jahr 2004 vereinbarte die Wirtschaftskammer mit der Uniqa und der Generali eine Rahmenvereinbarung, um allen Maklern einen VSH-Zugang zu gewährleisten. Etliche Vermittler hätten wohl von keinem Versicherer eine Polizze bekommen. Uniqa und Generali garantieren in der Vereinbarung mit der WKÖ, dass alle Vermittler genommen werden. Jahre später entstand daraus allerdings ein Diskussionsthema, weil bekannt wurde, dass Uniqa und Generali gemeinsam 430.000 Euro pro Jahr an die Kammer als "Verwaltungs- und Managementgebühr" überwiesen. Viele Mitglieder stellten sich die Frage, warum neben den Beiträgen noch derart hohe Mittel fließen.

Nun hat die Wirtschaftskammer den Rahmenvertrag mit der Uniqa und der Generali über eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für die Versicherungsmakler erneuert. Alt ist dabei, dass die Versicherungen den vieldiskutierten Beitrag zahlen: die Kammer erhält laut einer gesonderten Anlage, die der Redaktion vorliegt, nun von der Uniqa 238.000 Euro jährlich, von der Generali 202.000 Euro per annum, gekennzeichnet als "Zuschuss", der für 2019 und 2020 vereinbart wurde.

Teuer, aber umfangreich
Laut dem Rahmenvertrag, der der Redaktion vorliegt, wird der Versicherungsvertrag nicht verprovisioniert. Allerdings ist die Mindestvertragsprämie, die ein Makler bezahlen muss,  ansehnlich. Sie beträgt 1.815 Euro (inklusive Versicherungssteuer). Selbstbehaltvarianten sind laut Text wählbar, bei bewusstem Fehlverhalten zum Beispiel sind aber 20.000 Euro selbst zu stellen. Eine Recherche zeigt, dass sich am Markt Anbieter finden, die bereits Mindestprämien ab rund 770 Euro jährlich anbieten, bei geringeren Selbstbehalten.

Allerdings sieht natürlich der Vertrag der WKÖ mit den Versicherungen großzügige Konsultationsvereinbarungen vor, sollte es zu Unstimmigkeiten zwischen Versicherungsnehmer und Versicherung kommen, so wie weitere Leistungen, die andernorts nicht geboten werden. Es gilt also, dass jeder selbst beurteilen muss, ob die Mehrprämie mit der Deckung der eigenen Bedürfnisse übereinstimmt. Die gesetzlichen Mindestanforderungen müssen ja grundsätzlich alle Anbieter erfüllen. Aber eine umfangreichere Versicherung ist im Schadensfall bekanntlich Gold wert.

Neue Gesetze
Nötig wurde der neue Rahmenvertrag aufgrund gesetzlicher Änderungen durch Regulierungen wie IDD und DSGVO: Schadenersatzansprüche, die sich darauf beziehen, sind laut der Vereinbarung explizit mitversichert. Gestrichen wurde unter anderem auch der Passus, der die Nachdeckung begrenzt. Eine zeitliche Begrenzung der Nachdeckung ist heute nicht mehr zulässig. (eml)