Die EZB senkte 2025 in vier Schritten die Leitzinsen und das führte zu rückläufigen Zinssätzen am Geldmarkt. Der Drei-Monats-Euribor ging bis Ende des Jahres auf 2,05 Prozent zurück, aber der durchschnittliche Zinssatz für neue Wohnbaukredite ging nur leicht zurück. Trotzdem begünstigte das allgemein günstigere Zinsumfeld nach Angaben der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) das Wohnkreditgeschäft mit Privatkunden. Ab dem Frühjahr 2025 stiegen die Kreditzusagen stark an, sodass im vergangenen Jahr insgesamt 17 Milliarden Euro an neuen Wohnbaukrediten abgeschlossen wurden. Das sind um 55 Prozent mehr als 2024 und 70 Prozent mehr als 2023.

Knapp neun Milliarden Euro der neuen Kreditvergaben entfielen auf das zweite Halbjahr. Ende 2025 hatten österreichische Haushalte insgesamt 131,6 Milliarden Euro ausstehende Wohnbaukredite, für die sie voriges Jahr 3,6 Milliarden Euro an Zinsen zu zahlen hatten. Die Immobilienfinanzierungen machen somit 70 Prozent aller bestehenden Kredite mit Privatpersonen aus.

Rückkehr zu Fixzins-Darlehen
Neu abgeschlossene Wohnbaukredite wiesen Ende 2025 laut OeNB einen kapitalgewichteten Zinssatz von durchschnittlich 3,39 Prozent auf. Dieser Wert lag nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 3,51 Prozent. Die Fixzins-Darlehen standen relativ konstant bei 3,42 Prozent, während die variablen Zinsen im Jahresverlauf von 4,14 Prozent auf 3,21 Prozent nach unten gingen.

Die geringe Bewegung beim kapitalgewichteten Gesamtzinssatz ist mit der Zinspräferenz der Kreditnehmer zu erklären. Denn anders als in der Nullzinsphase wurden voriges Jahr wieder mehrheitlich Fixzins-Darlehen abgeschlossen. 86 Prozent der vergangenes Jahr zugesagten Kredite wurden mit Zinsbindungen ausgegeben. 2024 waren es sogar 88 Prozent. Deshalb änderte sich innerhalb von fünf Jahren das Verhältnis zwischen gebundenen und variablen Zinssätzen: Ende 2020 hatten nur 36 Prozent der bestehenden Wohnbaukredite einen Fixzinssatz. Ende 2025 waren es aber 64 Prozent.

Firmenkredite stagnieren
Von dem Aufschwung fast nicht profitieren konnten die gewerblichen Kreditnehmer aus der Immobilienbranche. Zwar erhielten Unternehmen im Grundstücks- und Wohnungswesen 2025 neue Kredite über insgesamt 15 Milliarden Euro. Das ist aber "nur" rund eine Milliarde Euro mehr als in den beiden vorangegangenen Jahren. Ungeachtet dessen zählt die Immobilienbranche zu den wichtigsten Bankkunden. Denn immerhin 29 Prozent aller 2025 vergebenen Firmenkredite entfallen auf das Immobiliensegment. Der durchschnittliche Zinssatz betrug Ende des vergangenen Jahres 3,40 Prozent. (ae)