Der österreichische Wohnimmobilienmarkt mit Privatkäufern kam im ersten Halbjahr 2026 in Bewegung. "Die Preise entwickeln sich moderat nach oben, auch das Angebot nimmt zu", berichtet Joseph Obiegbu, Österreich-Geschäftsführer der Plattform Immoscout24. Auffällig sind starke regionale Unterschiede: "Je nach Lage kosten Immobilien doppelt so viel wie in anderen Regionen."

Die im August 2026 durchgeführte Analyse basiert auf 186.494 Datenpunkten aus den ersten sechs Monaten der Jahre 2025 und 2026 der auf Immoscout24.at veröffentlichten Angebote. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um alle auf der Plattform angebotenen Immobilien, die zum Kauf zur Verfügung standen. Im Vergleich der beiden Halbjahre wurden heuer bundesweit um zehn Prozent mehr Eigentumswohnungen inseriert. Bei den Einfamilienhäusern blieb das Angebot gleich.

Trotz größerer Auswahl steigen die Preise
Über den Gesamtmarkt stiegen die Angebotspreise bei den Wohnungen um fünf Prozent auf durchschnittlich 6.248 Euro pro Quadratmeter. Häuser kosteten im Durchschnitt 4.187 Euro pro Quadratmeter und waren damit um vier Prozent teurer als im ersten Halbjahr 2025. Die teuersten Bundesländer sind Tirol, Vorarlberg, Wien und Salzburg. Im ersten Halbjahr 2026 wurden Häuser in Tirol im Median um 8.278 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das entspricht einem Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für ein Haus mit 130 Quadratmetern ergibt sich damit ein Angebotspreis von rund 1,08 Millionen Euro. 

Ein anderes Extrem ist nach einer heftige Marktbewegung im Burgenland zu sehen: Die Wohnungspreise brachen um 22 Prozent auf durchschnittlich 3.958 Euro ein, wobei die Datenbasis in einigen Bezirken zu klein für die Ermittlung der Durchschnittspreise war.

Riesensprünge zwischen den Regionen
Auch innerhalb der Bundesländer entwickelten sich Preise uneinheitlich. Beispiel Niederösterreich: Während Wohnungen und Häuser in der Landeshauptstadt St. Pölten, in Neunkirchen und in Wiener Neustadt günstiger wurden, stiegen die Wohnungspreise etwa in Melk um 38 Prozent und in Mödling um 23 Prozent. Billige Häuser waren in Zwettl im Waldviertel im Angebot: Für den Quadratmeter wurden nur 1.524 Euro aufgerufen. Ähnliche Abweichungen gibt es auch in anderen Bundesländern. (ae)