Das Eigenheim steht in Österreich hoch im Kurs, nicht bloß zum Wohnen, sondern auch als Vermögensbaustein. 79 Prozent hätte gern eine eigene Immobilie, aber nur rund 45 Prozent besitzen Wohneigentum. Das Problem: Ebenfalls knapp vier Fünftel sind der Ansicht, dass Immobilien heute kaum noch leistbar sind. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle "Immo Investment Barometer" des Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmens BDO Austria, das auf Basis einer repräsentativen Konsumentenbefragung unter 1.704 Personen ab 18 Jahren erstellt wurde.

Als zentrale Hemmnisse beim Erwerb von Wohneigentum werden insbesondere das hohe Preisniveau, restriktive Finanzierungsvoraussetzungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und die Gebühren genannt. 60 Prozent rechnen (eher) nicht damit, in nächster Zeit eine Immobilie zu erwerben. Entsprechend gering ist die kurzfristige Investitionsbereitschaft: Lediglich knapp ein Fünftel der Befragten hält den Erwerb von Wohneigentum innerhalb der nächsten zwei Jahre für wahrscheinlich.

Kaufinteressenten sind kompromissbereit
"Die Diskrepanz zwischen Eigentumswunsch und tatsächlicher Umsetzbarkeit nimmt zu. Aus ökonomischer Sicht deutet vieles auf ein strukturelles Problem hin, das sich nicht allein über Zinsentwicklungen oder Konjunkturzyklen lösen lässt", erklärt Bernd Winter, Head of Real Estate bei BDO Austria. Aufgrund dieser Situation gehen Kaufinteressenten Kompromisse ein. 

Abstriche werden vor allem beim Baujahr, bei der Größe oder beim Zustand der Immobilie gemacht. Weniger kompromissbereit sind potenzielle Käufer bei Nachhaltigkeitsaspekten, Freiflächen und Lichtverhältnissen in den Immobilien. "Diese Verschiebung verdeutlicht eine zunehmende Rationalisierung der Kaufentscheidungen, ohne jedoch die grundsätzlichen Qualitätsanforderungen an Wohnimmobilien infrage zu stellen", folgert die BDO Austria. (ae)