Der wirtschaftsliberale Thinktank Agenda Austria meldet sich in der laufenden Debatte über die steigenden Wohnkosten zu Wort. Dass es eine "Wohnkostenexplosion" gibt, stellt er in Abrede. Das sei allenfalls subjektiv zutreffend, so die Organisation, die das nicht mit den numerischen Kosten, sondern mit der Verhältnismäßigkeit argumentiert. "Der Anteil des Einkommens, der insgesamt für Wohnen aufgewendet wird, sinkt 2025 von 18 Prozent leicht auf 17 Prozent", berichtet Agenda Austria.

Umfrageergebnisse
Demgegenüber steht das Empfinden der Bevölkerung. In einer Umfrage gaben voriges Jahr 29 Prozent an, dass die Wohnkosten für sie eine "starke Belastung" sind. 51 Prozent empfinden eine "gewisse Belastung". Dieser Wert ist im Vergleich zu 2019 mehr oder weniger stabil geblieben. Verändert hat sich die subjektive Einschätzung des Wohnaufwands. "Keine Belastung" spürten 2019 immerhin 36 Prozent, voriges Jahr waren es nur noch 20 Prozent. Die "starke Belastung" gaben nicht mehr elf Prozent, sondern 29 Prozent an (siehe nachfolgende Grafik).

"Gefühlte Belastung steigt"
Vor diesem Hintergrund greifen Diskussionen über die Wohnkostenentwicklungen für die Agenda Austria zu kurz. Österreich verfüge weiterhin über vergleichsweise leistbares Wohnen, auch dank stark gestiegener Einkommen und umfangreicher sozialer Transfers. "Die gefühlte Belastung steigt dennoch – vor allem aufgrund der hohen Energiepreise, der herrschenden wirtschaftlichen Unsicherheit und medial dramatisierender Berichterstattung", meinen die Ökonomen. (ae)