Wiener Zinshausmarkt: Stabil auf verringertem Niveau
Eigenkapitalstarke Investoren halten das Geschäft mit den Zinshäusern am Leben. Sie interessieren sich vor allem für Immobilien innerhalb des Gürtels. Insgesamt befindet sich der Markt weiterhin in der Konsolidierung.
Der Wiener Zinshausmarkt hat sich im ersten Halbjahr 2026 in einem verschlechterten Marktumfeld als robust erwiesen, berichtet die Makler- und Beratungsgesellschaft Otto Immobilien. Das Transaktionsvolumen in Höhe von 418 Millionen Euro lag "nur" um drei Prozent unter dem Ergebnis des zweiten Halbjahrs 2025, aber über den Werten der ersten Halbjahre 2023 und 2024. Allerdings: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 ging das Investitionsvolumen um 18 Prozent zurück. Zum Vergleich: In den Boomjahren 2021 und 2022 wurden jeweils Zinshäuser im Umfang von rund 2,1 Milliarden Euro verkauft.
"Wir haben ein Halbjahr mit einem langen, tiefen geopolitischen Einschnitt hinter uns, das neben steigenden Energie- und Logistikpreisen auch steigende Zinsen, hohe Inflation und einen neuen Mietrechtsrahmen brachte. Das ist für jede Anlageklasse eine Belastungsprobe", erklärte Eugen Otto, Geschäftsführer von Otto Immobilien, zur Veröffentlichung seines aktuellen Zinshaus-Marktberichts. Er meint, dass der Markt die Belastungsprobe mit robusten Umsätzen und stabilen Preisen überstanden habe. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis beträgt zurzeit 3.269 Euro. Im Frühjahr waren es 3.297 Euro.
Konzentration auf das Stadtzentrum
Interessant sind die Details. Denn die Zahl der Transaktionen ist im Halbjahresvergleich von 151 auf 106 Abschlüsse gefallen. Innerhalb des Gürtels gab es nur acht Prozent weniger Deals, während der Rückgang in den Außenbezirken 41 Prozent beträgt. Der Anteil der inneren Bezirke am Transaktionsvolumen stieg von 54,5 auf 67,3 Prozent. "Kapital konzentriert sich auf Lagen und Objekte mit Qualität und klarer Perspektive", erklärt Philipp Maisel, Leiter Investment bei Otto Immobilien. Full-Equity-Käufer, die ohne Bankfinanzierung agieren, seien derzeit die verlässlichste und aktivste Käufergruppe am Markt.
Auch bei den Preisen gibt es große Unterschiede. "Die Preiskorrekturen sind punktuell und betreffen vor allem Objekte mit einem hohen Anteil an unbefristeten Mietverträgen", berichtet Maisel. Die niedrigsten Einstiegspreise werden weiterhin außerhalb des Gürtels registriert: Einfache Gründerzeit-Zinshäuser in durchschnittlichem Zustand werden ab 1.426 Euro pro Quadratmeter gehandelt und wurden tendenziell günstiger (Frühjahr 2026: 1.540 Euro). Bei den Maximalpreisen blieb das Niveau in 20 der 23 Bezirke unverändert. Anstiege gab es im 3. Bezirk (plus 3,6 Prozent) und im 18. Bezirk (plus 2,2 Prozent). In der Inneren Stadt (1. Bezirk) kostet das Zinshaus 9.920 Euro pro Quadratmeter nach 10.557 Euro im Frühjahr. (ae)















